Willkommen

Hier entsteht - BAUSTEIN für BAUSTEIN - ein zukunftsweisendes Konzept einer Wirtschaft und Gesellschaft, das die Vielfalt von kooperativen Chancen darstellt. Wir laden Sie ein, aktiv mitzuwirken, durch Fragen oder Anregungen ...

WirKraft ist auf keine Rechtsform festgelegt. Von Interesse ist ein modernes WirKraft-Konzept besonders für Genossenschaften, Unternehmen, Vereine, Gemeinden, Stiftungen, Parteien, Kirchen/Religionsgemeinschaften ...
Bei der Entfaltung der WirKraft geht es um intelligente Kooperationen (SmartCoop).Unsere Wir-Kraft-Experten kommen aus unterschiedlichen Berater-Berufen, Hochschulen und Verbänden. Im Bereich Genossenschaften kooperiert der Bundeverband MMW mit dem DEGP Deutsch-Europäischer Genossenschafts- u. Prüfungsverband und dem CoopGo Bund Freier Genossenschaften
Folgende Links könnten ebenfalls interessant sein: GenoNachrichten, GenoFAQ, Genossenschaft-Online, CoopFAQ
Coop - auf den Punkt gebracht - die geniale Erfindung des VORTEILS.
Neu: Genossenschaft-Online - Die Gründer-Initiative und GenoFAQ, das Geno-Wissen.

Koordination: Gerd K. Schaumann

19.04.13

Manager sind keine Quantenphysiker - aber sie sollten Quantenphysik nicht ignorieren..


Frage (Teil B)

(Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, 38)

Ich habe viel getan, viel versucht, um zu einem für mich richtigen und gleichwohl wirksamen Führungskonzept zu kommen. Dazu habe ich mich auch mit der Quantenphysik beschäftigt und mich bemüht, dies in mein Denken und Planen einzubeziehen. Das fiel mir recht schwer, denn ich bin kein Quantenphysiker – und Quantenphysiker, die ich ansprach verstanden nichts von Unternehmensführung. Irgendwie hat das eher verwirrt, als mich zufrieden gestellt.

Antwort

Natürlich müssen und sollen Manager keine Quantenphysiker werden oder sein. Genauso wenig muss nicht jeder erst Jurist werden, um sich in einer recht verrechtlichten Welt zu bewegen, ohne ständig „verhaltensauffällig“ zu werden. Es gibt so etwas wie ein „gesundes Rechtsempfinden“, gepaart mit dem Kennen einiger Prinzipien, wie Gerechtigkeit, Vertrauensschutz oder Fairness.

Es geht letztlich bei dem Recht darum, das gesellschaftliche Miteinander in einer Gesellschaft so zu regeln, dass der überwiegende Teil der Menschen prinzipiell – d.h. nicht immer und ständig – dRecht nachvollziehen und erleichternd in sein Leben erleichternd integrieren kann.

Nun geht es bei der Quantenphysik – anders als beim Recht – um wirkliche Gesetze. Während Recht und Gesetze eigentlich nur so etwas wie Konventionen sind, auch wenn sie „Gesetze“  heißen. Während das gesellschaftliche Recht ständigen Veränderungen unterliegt, handelt es sich bei der Quantenphysik um so etwas wie universale Gesetzmäßigkeiten.

Die Newtonsche Physik – die wir alle irgendwie kennen und mit unseren Sinnen nachvollziehen können - begrenzt sich auf das, was sich im Zusammenhang mit Raum und Zeit ereignet und für uns linear abzulaufen schein. Es steht in einer Art von Ursache und Wirkung.

Einstein, Heisenberg, Born und andere Physiker begannen diese Funktionsprinzipien erheblich in Frage zu stellen. Sie erkannten, dass es so etwas wie Raum und Zeit lediglich als so eine Art „Konvention“ und nur auf diesem Planeten gab. Und so etwas wie „Realität“, wie „Wirklichkeit“? Diese Physiker begannen an diesen für uns „harten Facts“ Zweifel zu hegen.

Was sie eigentlich taten war, einen „irgendwie feststehenden Sachverhalt“ als eben nicht so feststehend, so festgelegt zu begreifen, wie es der recht festgefügten Lehre der Physik bisher entsprach.

Für ihre Annahmen und ihre Zweifel griffen sie auf Erfahrungen mit Teilchen zurück, die kleiner waren als Atome und die sie Quanten nannten. Sie überschritten sozusagen die Grenzen des bisherigen Denkens auf der Suche nach den wirklich das Leben bewegenden Gesetzen.

Es geht uns hier nicht um Quantenphysik-Kenntnisse, sondern um Phänomene, die hinter unseren täglichen Erlebnissen stehen und die – präzise und verlässlich - auch dann wirken, wenn wir sie ignorieren oder (noch) nicht kennen. Und diese Teilchen, diese Quanten, scheinen für unsere Begriffe völlig unberechenbar, irgendwie sogar chaotisch sich zu bewegen.

Eine Welt letztlich voller Chaos, voller Unberechenbarkeit, nur scheinbar real?

Diese „Unberechenbarkeit“ hinter der Materie muss für Manager oder Unternehmer irgendwie wie ein „Trauma“ klingen. Bisher war so etwas wie ein Businessplan eine „verlässliche Größe“ der Unternehmensplanung. Nun sagt jemand diesen Managern dass z.B. ihr wunderschön ausgearbeiteter Businessplan eigentlich nicht viel mehr ist, als eine von vielen möglichen Annahmen, wie ihr Unternehmen in den nächsten Zeitabschnitt gelangt. Eine Annahme – aber eben nur eine solche.

Ist – im Sinne der Quantenphysik – so etwas wie ein Businessplan künftig komplett obsolet, gar „Zeit“-Verschwendung? Nein – natürlich nicht, sofern man zu begreifen beginnt, was und wie dessen zu dessen angemessener Realisation alles noch zu beachten und zu berücksichtigen ist.  

Was für den Quantenphysiker an dieser Stelle selbstverständlich ist, lässt für das Management so etwas wie „Provokation“ aufkommen. Heißt doch „managen“ nichts anderes, als etwas in Erscheinung treten zu lassen, was es bisher – in dieser Form – noch nicht gab. Es ist sozusagen etwas Neues, etwas Zukünftiges. Und das meinten sie, hätten sie so gut im Griff, weil dazu genug moderne Controlling-Instanzen eingefügt seien, die ihnen zeitnah ungewollte Abweichungen signalisieren würden.

Diese Botschaften werden leicht messbar sein. Aber bereits bei dessen Interpretation könnten Quantenkenntnisse schon nützlich sein. Nennen wir das vereinfacht – die „ENERGIE hinter den Zahlen“. Was genau war die „Ursache“ dieser Abweichungen? Es muss so etwas wie Beweger oder eben „Nichtbeweger“ die – ungewollte – Abweichungen in Erscheinung treten lassen. Hier könnte so etwas wie eine „ENERGIE-BILANZ“ des Unternehmens hilfreich sein. Nein, nicht um Strom oder Wärme geht es, gemeint ist die ENERGIE der handelnden Menschen, die den Erwartungen des Managements nicht gefolgt sind – aus welchen Gründen auch immer. Die ENERGIE für die erwarteten guten Ergebnisse war einfach nicht ausreichend.   

Wir wollen das hier nicht weiter vertiefen, sonders eine andere Teilursache thematisieren, die auf so etwas wie eine ENERGIE-BILANZ eines Unternehmens einwirkt und zu dessen Beurteilung Grundkenntnisse der Quantenphysik ebenfalls hilfreich wären.

Jetzt befinden wir uns auf einer Ebene, von der Menschen zwar sagen, dass sie sie mögen, aber dies eigentlich überhaupt nicht wirklich so meinen: VERÄNDERUNGEN.

Warum sich jemand zum Unternehmer oder Manager berufen fühlt, zeigt bereits, dass er mit dem Thema „Veränderungen“ sich weniger schwer tut, wie die übrigen Menschen, auch die im Unternehmen. Und je mehr ein Unternehmer offen und bereit für Veränderungen ist, umso erfolgreicher und zukunftsfähiger scheint er oder sie zu sein. Man verhält sich sozusagen evolutionskonform, denn Evolution ist stetige Veränderung.

Nehmen wir beispielhaft noch eine weitere Erkenntnis der Quantenphysik, die besagt, dass bei jedem Experiment stets davon auszugehen ist, dass das Ergebnis eng mit den Personen verbunden ist, die damit beschäftigt sind.

Was sagt uns das allgemein? Es gibt kein neutrales Mitwirken. Es gibt kein neutrales Handeln im Unternehmen. Die an einer Aufgabe beteiligten Menschen prägen sozusagen das Ergebnis. Eigentlich nicht „weltbewegend“, denkt man – wer denn sonst?

Für viele Manager könnte es jedoch gut sein sich daran öfters zu erinnern, genauer dies geschieht. Eben nicht so sehr offenkundig durch TUN und HANDELN, wie viele Manager meinen könnten. Es ist viel weniger das TUN sondern es sind vielmehr die Gedanken, die „hinter dem TUN“ stehen. Gedanken, gleich ob bewusst oder unbewusst sind die eigentliche ENERGIE für das Ergebnis des TUNS. Dabei haben solche Gedanken eine besondere Wirkung, wenn sie emotional „aufgeladen“ sind.

Manche Manager würden sich wundern, wie große der Anteil solcher Gedanken ist, die in Richtung Erfolg wirken. Studien sprechen von höchstens 20-25%. Und die übrigen? Eindeutig negativ.

Und jetzt die provokative Frage:

„Und für wie viel % der Gedanken Ihrer Mitarbeiter bezahlen Sie?“
Sie sehen sicherlich, dass Sie kein Quantenphysiker als Manager sein müssen. Es reicht aus, einige grundlegende „Funktionsweisen“ zu kennen und diese in das (bisherige) Alltagshandeln zu integrieren.

Um bei dem Vergleich mit den Rechtskenntnissen und dem „gesunden Rechtsempfinden“ zu bleiben:

Es reicht für einen Manager völlig aus, so etwas wie ein „gesundes Quantenempfinden“ zu haben.

Und wie könnte z.B. so etwas aussehen?

Dem „Silber-Manager“ ist bewusst, welche Bedeutung eine förderliche Gedankenwelt der Mitarbeiter für das Unternehmensergebnis hat.
Dem „Gold-Manager“ ist bewusst, wie ungleich förderlicher, weil wirksamer, die Verbindung von Gedanken mit Emotionen – zugunsten des Unternehmens - wirkt.

Und der „Platin-Manager“? Ja - das wäre dann derjenige, der sozusagen in der Lage wäre nicht nur Unternehmen in Bewegung zu bringen, sondern der würde schon tendenziell so etwas wie „Berge versetzen“ können….

Muss der „Platin-Manager“ etwa so etwas wie ein „Magier“ sein, der seine Mitarbeiter in eine Art „Erfolgs-Arbeits-Trance“ versetzen kann?

Nein beim „Platin-Manager“ geht es (zunächst) genau nicht mehr um die Mitarbeiter. Nicht dass die jetzt gleichgültig sein könnten. Es geht jetzt darum, für das Unternehmen so etwas wie ein „Quantenfeld“ zu schaffen. Das „unternehmenseigene Quantenfeld“ – in das dann später die Mitarbeiter „eintauchen“ können, sich sozusagen mit passender ENERGIE „auftanken können.   

Ein solches „Kraft-Feld“ können eigentlich nur diejenigen schaffen, die zu dem Unternehmen die engste Bindung haben, sozusagen die Essenz dessen verkörpern, was man vielleicht als Ursprungs-Idee zu damaligen Unternehmensgründung sehen könnte, zumindest jedoch an das gefestigt anknüpfen können, was so etwas wie die Unternehmensessenz ausmachen kann.

Das Unternehmen kann sich im Laufe der Jahre durchaus gewandelt haben. Aber diese Wirkt diese (energetische) Essenz wirkt – wenn auch in abgewandelter Form - fort. Es geht – vereinfacht gesagt – um die „Start-Energie“, sozusagen das „ENERGIE-Feld des Ursprungs“ des betreffenden Unternehmens.

Dies ist die Zeit, zu der ein Gründer sich in so etwas wie einer „Wow-Situation“ befindet, in der seine Gründung so etwas wie seine Leidenschaft implizierte. Das ist das (ursprünglich) wahre Kraftfeld eines Unternehmens. Kann man das „anzapfen“? Ja – sofern eine gleiche oder ähnliche ENERGIE erzeugt werden kann. Wenn so etwas wie die Ursprungs-Leidenschaft authentisch verkörpert.

Und ist das mental zu bewältigen? Lassen Sie uns diese Frage mit einer Gegenfrage beantworten. „War Ihre Leidenschaft, die Sie empfanden im Zeitraum um die Entstehung Ihres Unternehmens nur eine Sache des Verstandes, lediglich analysierend, urteilend, abwägend?“ Oder war es mehr, war es so etwas wie eine „Herzensangelegenheit“ etwas, was Sie gänzlich erfüllte? Und: Wann habe Sie je im Fortgang der Jahre in Ihrem Unternehmen so etwas wie damals wieder erfahren?
Wohl recht selten – zu selten!

Die Quantenphysik scheint über unseren Verstand hinauszugreifen. Keine Angst, er bleibt Ihnen erhalten. Aber er wird sich vom „Boss“ zum qualifizierten Assistenten weiterentwickeln. Das kann er, wenn auch nur zögerlich, denn sein Programm war bisher auf das begrenzt, was er kannte, erfahren hatte. Er ahnt, dass Wirklichkeit mehr ist, als er kennt.

„SILBER-Manager“ und „GOLD-Manager“ werden erstaunt sein, Sie werden erstaunt sein, wie viel besser die Ergebnisse im Unternehmen werden, wenn Sie Einfluss auf die „ENERGIE-Bilanz“ ihrer Unternehmen nehmen.

Wer aber ein „Platin-Manager“ wäre, würde sogar erkennen, wie viel leichter, effektiver und erfolgreicher Managen und Unternehmensführung sein kann – wenn man zunächst dort beginnt, worauf man wirklich und wirksam Einfluss nehmen: Sich SELBST.

Denn dann kann er erfolgreich das gestalten, was man als (unternehmensspezifisches) „ENERGIE- oder KRAFT-FELD“ bezeichnen könnte.

Er erfolgreiche Manager muss kein Quantenphysiker werden, er sollte aber ein QUANTEN-MANAGER.

Das geht einfacher als man denkt. Aber wir behaupten nicht, dass dies leicht ist.

SIE haben die WAHL!

     


Vielen Dank für Ihre Frage. Sie berührt wesentliche Punkte bezüglich der Zukunftsfähigkeit von fast allen Unternehmen. Unternehmer und Manager scheinen in ihrem tiefsten Inneren inzwischen zu spüren, dass ein lineares Fortsetzen der Vergangenheit immer weniger funktioniert.    

16.04.13

Quantenphysik: Ein Beitrag zum zukunftsfähigen Unternehmen


Frage (Teil A)

(Fragesteller: Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, 38)

Als Unternehmer, der sich in seiner – knappen – Zeit mit Fragen von persönlichen und gesellschaftlichen Veränderungen befasst, bin ich nachdenklich geworden, ob unser Personal „fit“ genug ist, um unsere unternehmerische Zukunft optimal mitgestalten zu können?

Antwort

Sie sprechen etwas aus, was viele Unternehmer in ihrem tiefsten Inneren ahnen, was sie sich aber kaum trauen offen an- oder gar auszusprechen. Sie wissen – aus zahlreichen Gesprächen - wie es um die Fähigkeit Ihrer Mitarbeiter steht, ihr eigenes Leben erfolgreich und erfüllend zu gestalten. Und sie wissen recht genau, wie sie ihr eigenes Leben diesbezüglich beurteilen. Nicht was sie nach außen – den Konventionen folgend – so überzeugend kundgeben (müssen), sondern was sie in ihrem Leben tatsächlich erleben.

So, wie Sie, trifft man inzwischen viele Menschen in Verantwortungspositionen in Kursen und Gruppen, wo man sie eigentlich nicht vermutet: Dort, wo es darum geht, so etwas wie dem Sinn oder Zweck des Lebens nachzuspüren. Sie geben sich nicht gern zu erkennen, aber es sind – zum Teil „Lenker“ oder „Führungspersonen“ aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Sie alle haben sich eine relativ schwere Last aufgebürdet, indem sie einst so etwas sagten wie: „Ich bin bereit, für viele Menschen Verantwortung zu übernehmen. Bin bereit, diese zu organisieren und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie gebraucht werden“.

Die einen sagten dies als Manager oder Unternehmer, die anderen als Politiker, als Leitungen von Kirchen oder Verbänden und Vereinen. Auch die Bereitschaft, eine Familie zu gründen, könnte man durchaus als „Bereitschaft zur Führung“ einstufen.

Kurzum, sie übernahmen eine Führungsrolle. Und eine Führungsrolle impliziert, dass es so etwas gibt, wie Führungsziele, Strukturen und Führung von Menschen, die Vertrauen in Führung besitzen, etwas andere tun lassen, wozu sie sich selbst nicht ermutigt fanden.

Die „Vorbereitungsphasen“ auf diese Führungsrollen waren unterschiedlich lange, unterschiedlich intensiv. Es waren Phasen, vollgestopft mit lernen, Anhäufung von Wissen und ständig auf der Suche nach der „Neuesten Methode“. Manche – die Geld und Zeit dafür hatten – konnten sich sogar einen persönlichen Coach leisten.
Und nach jeder Qualifizierung meinten sie, jetzt die „richtige“ Antwort zu kennen, jetzt zu wissen, wie man ultimativ sein eigenes Leben und andere Menschen erfolgreich im Unternehmen führt.

Kurzfristig ging das durchaus gut, aber nur kurzfristig, wie z.B. das „Positiv-Denken“ zeigt. Die „Halb-Wert-Zeit“ reichte meist nicht länger als 48 Std., maximal eine Woche.

Natürlich war dann der Coach schuld, das Umfeld, die Politik oder – in der Familie - die Schule oder der Kindergarten.

Okay – also das nächste Mal wähle ich besser aus, so lautete bisher stets die beruhigende Einschätzung, von der der Betreffende ahnte, dass es eher eine Ausrede war …

Der einfache und recht banale „Erfolgs-Test“ solcher Seminare oder Coachings schien schon schiefzuschlagen: Die engste Umgebung reagierte zwar nach dieser Teilnahme zunächst beeindruckt, aber dann doch irritiert und fragte sich selbst: „Warum ist er oder sie schon wieder genauso wie vorher?“

Und die Führungskraft merkte das selbst. Im Seminar, im Coaching klang alles doch ganz plausibel. Warum will es einfach bei mir nicht funktionieren?  Und Gedanken wie: „Selbst schuld, ich habe es nicht richtig begriffen“ – oder so ähnlich ließen die „Führungskraft wieder zur Tagesordnung übergehen.

Dann begann es bei einigen zu dämmern und sie begannen Fragen zu sich selbst zu stellen. Darunter auch eine der bedeutendsten, der wirksamsten Fragen: Wieso habe ich so oft solche Gedanken, die meine Laune vermiesen, mir meine Leistungsfreude vermiesen, mich in einen Zustand versetzten, in dem ich weiß, dass ich unter meinen „Top-Ressourcen“ bleibe?

Sie versuchten also fortan, so etwas wie „Gedanken zu kontrollieren“. Dazu ließen sie sich Tipps geben, „googelten“ vielleicht entsprechende Artikel, begannen alles Mögliche, um dahinter zu kommen, ob es irgendwo so etwas wie eine „Gebrauchsanweisung für unser Gehirn“ gibt.

Natürlich wurden sie fündig. Jede Menge wichtige Menschen versprachen ihnen die Lösung. Ein bisschen Zeit, ein bisschen Geld, und das leidige Problem wäre zu lösen, wie es die Anbieter halt versprachen.

Wäre doch eigentlich toll, den „Regler für das Gehirn“ zu kennen. Sie wussten, sie ahnten, dass das nicht nur die Lösung für viele ihrer eigenen Themen war, sondern dass das auch die ultimative Führungskonzeption für ihre Geführten sein könnte.

Die Suche brachte zumindest eines, eine wichtige Einsicht: Wenn das bei ihnen selbst schon ein Problem war mit diesen hinderlichen Gedanken, wie wirke so etwas sich erst bei ihren Mitarbeitern, oder gar bei ihren Kindern, natürlich auch den eigenen Lebenspartnern aus.

Natürlich wird Ihnen als Unternehmer spätestens jetzt bewusst, was es heißen kann, besser heißen muss, was diese hinderlichen Gedanken in den vielen Köpfe in ihrem Unternehmen täglich verursachen – so oder so. Und das gegen Bezahlung – für so oder so.

Natürlich können Sie die fachlichen Leistungen messen. Nach fachlichen Gesichtspunkten werden auch die meisten Stellenbesetzungen letztlich entschieden. Das gibt uns die Fiktion, zukunftsfähig gerüstet zu sein.

Aber das ist „Oberfläche“. Der Mitarbeiter aber ist Mensch und der ist mehr als seine (vergängliche) Fachqualifikation.

Zukunft heißt in den nächsten Jahren massive Veränderungen erfahren und damit umgehen zu können, heißt vor allem auch immer bessere Kommunikationsleistungen zu erbringen. Um dies – auf möglichst hohem Level – erbringen zu können, werden Investitionen in die „Lebensführung“ der Menschen unausbleiblich sein.

Einige Beispiele:

·         Ihre Mitarbeiter haben gerade gehört, dass ein neuer, gefährlicher Virus grassiert
·         Die Nachrichten berichten über gravierende Störungen des Finanzsektors
·         Schlechte Nachrichten zur Lage der Umwelt
·         Die Strompreise steigen unaufhaltsam

Sie wissen, unsere Nachrichtensendungen werden gern gesehen, so etwas wie „Bild-Zeitung“ gern gelesen. Gemeinsam ist ihnen, dass Menschen so etwas wie „Dramen“ mögen, leider aber zu oft nur die schlechten erfahren und weiter im Kopf damit „spielen“...

Und was glauben Sie, passiert am nächsten Tag in Ihrem Unternehmen, in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter?

Gut für den Mitarbeiter, dass Gedanken nicht sichtbar oder hörbar sind. Nicht so gut für die Führung, die natürlich glaubt, dass der Mitarbeiter voller Konzentration für das Unternehmen tätig ist. Eigentlich verständlich, das zu glauben, denn dieser gute Glauben ist irgendwie Maßstab der Bezahlung. Und was glauben Sie?

Ahnen Sie jetzt, warum es Unternehmen so schwer haben könnten, Zeiten erforderlicher Konsolidierung rasch zu bewältigen oder gar eine notwendige Sanierung in der erwünschten Form mit Erfolg durchzustehen.

Prüfen Sie es selbst bei sich, wie Sie auf bestimmte Informationen aus Ihrem Umfeld reagieren und was danach in der Zeit - meist bis zum nächsten Drama -  passiert …

Also „Gegensteuern“? Sie beginnen also ab jetzt vielleicht tagtäglich in Ihrem Unternehmen eine „Positiv-Story“ nach der nächsten zu verbreiten. Was glauben Sie, wie lange es braucht, bis man ihnen das nicht mehr abnimmt, bis das beginnt, sich ins Gegenteil zu verkehren.

Dann haben Sie ein weiteres Problem und das heißt Vertrauensverlust und der ist meist gepaart mit Angst und Sorge. Und - energetisch ausgedrückt – sind Gedanken, die auf Angst und Sorge fußen gehören, so ziemlich  das Destruktivste, was sich ein Mensch antun kann – hoch wirksam und meist mit gesundheitlichen Spätfolgen verbunden.

Warum?

Weil  solche destruktiven Gedanken mit starken Emotionen beladen sind und Emotionen – haben anders als die Kraft der Gedanken – eine wesentlich größere Fähigkeit im Konzept der „Gestaltung von Realität“.

Und um „Gestaltung von Realität“, um die Fähigkeit, die Unternehmensentwicklung aus der Kraft des eigenen TEAMS heraus, recht gut . losgelöst von äußeren Einflüssen - zu gestalten und am Laufen zu halten, darum geht es, wenn wir über so etwas wie „Zukunftsfähigkeit“ von Unternehmen sprechen.

Welcher Fähigkeit bedarf es also für Unternehmen wirklich? Doch solcher Fähigkeit, die – im Interesse des Unternehmens - neue Potenziale von Lebensenergie freisetzt. Das bringt Vorteile, weil zu vermuten ist, dass andere Unternehmen diese Potenziale bisher nicht erkannt und genutzt haben. Nennen wir sie vereinfach die „Stillen Power-Reserven“. Und diese Reserven sind nicht nur latent vorhanden, es kostet auch wenig, sie zu heben. Neben den Fachqualifikationen treten sicherlich in Zukunft – mindestens gleichwertig – so etwas wie Lebensqualifikationen hinzu.

Die Erkenntnisse der modernen Quantenphysik – über Jahrzehnte sträflich ignoriert – finden derzeit zwar zögerlich, aber sie finden ihren Weg in die Bildungssysteme und die Unternehmen.

Sie belegen deutlich, wie der „Versuchsleiter“ stets lebendiger Teil des Versuchsergebnisses ist. Nichts begegnet sich neutral, alles beeinflusst sich wechselseitig, alles ist irgendwie Energie in Bewegung.

Was ist die „Energie-Bilanz“ der Mitarbeiter Ihres Unternehmens? Und wie viel „Reserven“ liegen wohl in Ihrem Unternehmen brach?

Jetzt könnten Sie fragen: „ Und wenn ich die Gedanken meiner Mitarbeiter kräftig – und sogar nachhaltig - in Richtung „positiv“ lenken könnte, wäre dann das Problem gelöst. Unsere Antwort sollte Sie nicht ent-täuschen, Sie lautet ernüchternd: Ein wenig, aber nicht ausreichend für das, was wir unter „zukunftsfähig“ verstehen würden. Ein guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber nur ein kleiner – da ist wesentlich mehr  machbar …

Sagen Sie uns genauer, wo Sie wirklich hinwollen? Das Unternehmen? Nein – das sieht nur so aus. Zunächst müssen Sie das ganz für sich selbst entscheiden, denn das Unternehmen ist letztlich IHR Projekt.

Wie wir von hieraus zur Zukunftsfähigkeit kommen, erörtern wir gern, wenn uns Ihre Antwort dazu vorliegt.

Lassen Sie sich bitte nicht täuschen davon, dass Sie meinen es würde nicht um Sie gehen, sondern um das Unternehmen. Das ist gängige Annahme vieler Coachs und Seminaranbieter. Vielleicht sogar einer der Gründe, warum die Ergebnisse für die teilnehmenden Führungskräfte so kraftlos und dann auch folgenlos blieben, zumindest auf Dauer gesehen.  



Danke für Ihre Frage, die gerade jetzt in einer Zeit erheblicher Veränderungen für viele nachdenkliche Unternehmer – bezüglich der Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen - von sehr großer Bedeutung sein wird.    

06.04.13

Deutsche und Türken setzen gemeinsam auf Genossenschaften und Kooperationen - DTCoop


Deutsche Verbände und türkische Organisationen in Deutschland wollen - in einem gemeinsamen Verband - Modelle moderner wirtschaftlicher Kooperation in Deutschland und der Türkei verwirklichen.

 

Was bisher eher getrennt funktionierte, soll künftig kooperativ erfolgen: Deutsche und Türken in Deutschland wollen in Sachen Genossenschafts- und Kooperationswesen eng zusammenarbeiten. Natürlich sollen damit zugleich mehr Türken zu unternehmerischen Aktivitäten ermuntert werden, was in gemischter Teilhaberschaft von Deutschen und Türken – zumindest in der Startphase eines Unternehmens – viel Sinn machen kann. Voneinander und miteinander lernen und Verständnis füreinander zu bekommen, ist ein weiteres wichtiges Anliegen von DTCoop. In enger Abstimmung mit Wirtschafts- und Genossenschaftsorganisationen in der Türkei will DTCoop auch Handelsbeziehungen und Wissenstransfer besonders für klein- und mittelständische Unternehmen in beiden Ländern befördern. Beispielhaft wird derzeit bereits ein Gesundheitsprojekt in der Türkei unterstützt, das sich mit dem Aufbau von Diabetes-Vorsorgezentren befasst. Deutsch-Türkische Genossenschaften in Deutschland werden nicht nur mit technischer und organisatorischer Unterstützung mitgestalten, sondern übernehmen auch einen nicht unwesentlichen Teil der Finanzierung mittels  unternehmerischer Beteiligung.

 

Das MMW VerbändeNetzwerk der Deutschen Genossenschafts- und Kooperationswirtschaft – Menschen Machen Wirtschaft e.V. – ist Mitinitiator und Unterstützer von DTCoop. Seitens des Vorstandes von MMW fasste Gerd K. Schaumann das Engagement wie folgt zusammen: Wir haben ideale Voraussetzungen in unserem Netzwerk um ein solch wichtiges Kooperationsprojekt maßgeblich mit zu befördern. Einerseits verfügen wir in Sachen Kooperation und Genossenschaft über ein profundes Fachwissen, denn zahlreicher unserer Mitglieder sind Genossenschafts- und Prüfungsverbände. Andererseits haben unsere Mitgliedsverbände seit Jahren engen Kontakt zu Genossenschaften und anderen Unternehmen, die - gänzlich oder zu maßgeblichen Teilen - von türkischen Mitbürgern geführt und betrieben werden. Außerdem werden wir von zahleichen unserer internationalen Partnerverbänden nachhaltig bei unserem Vorhaben unterstützt (Cecop / Cicopa).

 

Für das Präsidium von DTCoop erklärte Herr Friedrich Kolbitz, Regierungspräsident a.D., dass in der Satzung festgeschrieben sei, alle Gremien paritätisch mit in Deutschland lebenden Türken und Deutschen zu besetzen. Damit soll – auch äußerlich sichtbar – gemacht werden, dass nicht nur nach außen kooperativ gehandelt werde, sondern auch nach innen Gemeinsamkeit als Prinzip besteht. Die Gründungsgremien werden in den nächsten Monaten sukzessive erweitert werden. Dabei werde man vor allem auch darauf achten, dass die gewollte Professionalität der Arbeit gewährleistet wird, insbesondere in den diversen Fach- und Arbeitsgruppen seien vielfältige Qualifikationen in Sachen Wirtschaftsförderung und Unternehmensführung notwendig. Auch sollen weitere Multiplikatoren aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Medien in die Verbandsarbeit einbezogen werden, um ein möglichst breites Meinungs- und Ideenspektrum zu integrieren.

 

Kolbitz und Schaumann verwiesen nachdrücklich auf die Bedeutung des Projektes „Diabetes-Vorsorge-Zentren“ in der Türkei, weil damit sehr gut deutlich wird, dass es nicht ausschließlich bei DTCoop um Wirtschaftsfragen geht. Diabetes-Vorsorge, so haben Verbände und Regierungsstellen in der Türkei signalisiert, hat hohe Priorität für das Gesundheitswesen. Um dies in der gewünschten Zeit und gewünschtem Umfang realisieren zu können, ist Kooperation mit Deutschland gern gesehen, vor allem in Sachen Technik und Wissen, aber auch finanziellem Engagement. Das soll durch Gründung bzw. Ausbau entsprechender Kooperationskonsortien - meist als Genossenschaft firmierend - in Deutschland geschaffen  werden. In der Türkei werden die Vorsorgezentren jedoch ausschließlich durch türkische Unternehmer und Unternehmen

betrieben, was auch den Interessen der Türkei entspricht, eigene Arbeitskräfte einzusetzen.

 

Für DTCoop ist das Projekt „Diabetes-Vorsorge-Zentren“ Prüfstein, in wieweit – neben Interessenvertretung, Weiterbildung und „traditioneller“ Arbeit eines Verbandes auch aktiv Unterstützung in Sachen Wirtschaftsförderung möglich und sinnvoll ist.

 

Trotz des wichtigen Engagements zwischen den Länder Deutschland und Türkei, bleibt der Schwerpunkt der Arbeit von DTCoop in Deutschland, insbesondere bei der Entwicklung kooperativer Unternehmenskonzepte, vor allem für Genossenschaften – um noch mehr als bisher – türkische Mitbürger zu ermutigen und zu befähigen, sich in Deutschland unternehmerisch zu betätigen. 

 

31.03.13

Coop-Watch und Zertifizierte Kooperationen wecken starles Interesse bei Investoren und potenziellen Mitgliedern


 Genossenschaften und Kooperationen punkten - gerade jetzt - mit ihren Stärken: Transparenz, nachhaltig guter Rendite ergänzt mit dem dem neuen Konzept "Coop-Watch".

 

Finanzvermittler sind wahrlich nicht zu beneiden. Im Umfeld zu den Neuregelungen zur Gewerbeordnung (§34f GewO) sind die Anforderungen an den Vertrieb erheblich gestiegen. So müssen z.B. Aussagen in Protokollen niedergelegt werden, welches Produkt für den Kunden geeignet ist und warum es dem konkreten Kunden zu empfehlen ist. Es wird nicht mehr ausreichen, sich nur auf die Marketingunterlagen des Produktpartners zu verlassen, im Zweifel muss der Finanzvermittler deren Inhalte – zumindest nach Plausibilitätsgesichtspunkten – selbst prüfen. Ein „weiter so“ wird immer schwieriger. Darauf haben hat das MMW VerbändeNetzwerk der Deutschen Genossenschafts- und Kooperationswirtschaft e.V. zügig reagiert und bietet ihren Mitgliedsverbänden und deren Unternehmen verschiedene Ratings und Zertifizierungsformen an. Ziel ist es, gerade jetzt den kooperativ aufgestellten Wirtschaftssektor noch attraktiver für Privatkapitalgeber zu gestalten.

 

So, wie in der gesamten Wirtschaft üblich, wird auch der kooperativ aufgestellte Wirtschaftssektor sich sukzessive in kleine, mittlere und auch größere Einheiten entwickeln. So fasste vom Vorstand des MMW VerbändeNetzwerks, Gerd K. Schaumann Aussagen der Auftrags-Studie „Kooperationen im Trend“ zusammen. Zu vermuten ist, dass zumindest in mittleren und größeren Einheiten – mehr als bisher – systematisch und auch unter Einbeziehung externer Vertriebe - Eigen- und Fremdkapital eingeworben wird. Das bisher übliche „Bankgespräch“ wird zumindest nicht mehr die einzige Kontaktstelle bleiben, mit denen Kooperationen neue Investitionen, neue Standorte oder gar ihre internationalen Ambitionen besprechen und verhandelt werden.

 

Aus gutem Grunde setzte man deshalb bei MMW die geübte Tradition fort und  führte im Rahmen der Konferenz „Investitionen in Kooperationen“ Manager von Genossenschaften und Kooperationen mit potenziellen Investoren zusammen.

 

Zahlreiche Genossenschaften und Kooperationen präsentierten ihre Unternehmen und stellten ihre Tätigkeitsfelder und die Investitionsmöglichkeiten dar. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, den Förderzweck des Unternehmens eingehend zu erläutern. Diese (bisher nur) für Genossenschaften gesetzlich festgeschriebene Verpflichtung, die Teilhaber angemessen in den Genuss des Erfolgs zu bringen, gilt natürlich auch für sog. investierende Teilhaber (Mitglieder). Kooperationsmodelle aus den Bereichen Energie, Gesundheit und Vorsorge fanden besonderes Interesse der Vertreter von mittleren Fonds. Neben anderen Gruppen wurde aufmerksam registriert, dass auch Interessenten aus dem Ausland und der Versicherungswirtschaft teilnahmen.

 

Seitens MMW stellten Gerd K. Schaumann und Frank-Peter Evertz (Deus Deutsche Sozietät eG) neue Strategien vor, mit denen MMW in Verbindung mit seinen Kooperationspartner – besonders Wirtschaftsprüfer, Anwälten und dem pvdp Prüfungsverband Deutscher Wirtschaft-, Sozial- u. Kulturgenossenschaften e.V. - den schon ehedem recht „komfortablen“ Sicherheitsaspekt im Genossenschafts- und Kooperationssektor - ausgestalten wird.

 

Beispielhaft wurden die Modelle „Zertifiziertes Förderzeck-Konzept“ und „Coop-Watch“ näher erläutert. Während es beim zertifizierten Förderkonzept um eine Art Rating geht, bei dem regelmäßig die erfolgswirksamen Unternehmenspotenziale überprüft und ggf. korrigiert werden, handelt es sich bei Coop-Watch um ein Investitionskontrollsystem besonders für größere Investitionen, im Rahmen dessen dem Investor regelmäßige Informationsberichte zur Entwicklung des Unternehmens und seiner Investition gegeben wird. Ein Investor kann – sofern dies gewollt und vereinbart ist – quasi tagaktuell die Entwicklung seines Investments nachvollziehen und somit rechtzeitig intervenieren. Sofern es sich bei dem Investor um einen Teilhaber am Unternehmen handelt – was eigentlich dem  kooperativen Denken entspricht - kann er außerdem selbst über die Gremien des Unternehmens, zeitnah und wirksam,  adäquates Umsteuern veranlassen.

 

Zusammengefasst verband Schaumann das Konferenzergebnis mit dem Ausblick: Wir sind dem Ziel einen guten Schritt näher gekommen, die „Gunst der Stunde“ durchaus nutzend, Wege in Richtung eines kooperativ aufgestellten Wirtschafts- und Finanzsektors - als reale Optionen zu den traditionellen Strukturen - beharrlich weiterzuentwickeln. Wir haben Vertrauen verstärkt, Interesse ausgeweitet und fast so etwas wie eine verstetigte Kooperation angebahnt. Wo ehedem nur „schmale Feldwege waren, bestehen jetzt schon gut asphaltierte Landstraßen“. In nächster Zeit können wir es schaffen, sogar die ersten Kommunikations-Autobahnen zwischen kooperativen Unternehmen und kleineren und größeren Investoren zu bauen, resümierten die Teilnehmergruppen einvernehmlich.

 

              

 

15.02.13

Bausparkassen und Wohnungsbaugenossenschaften im Dialog


Fachkonferenz in Berlin soll sinnvolle Kooperationswege mit Vorteilen für beide Seiten aufzeigen.

Dass das Bausparwesen in Deutschland in Sachen Zukunftsfähigkeit einige Anstrengungen unternimmt, dürfte den Experten kaum verborgen geblieben sein. Eines der brennenden Themen ist, dass offensichtlich die Nachfrage nach Bauspardarlehen auf einem niedrigen Niveau von etwa 20% pendelt und nicht erkennbar ist, wie dies wirksam zu verändern wäre.
Zugleich haben Wohnungsbaugenossenschaften mit Eigentumsorientierung inzwischen interessante Modelle entwickelt und erfolgreich erprobt. Grund genug, sich auf angemessenem Niveau und unterstützt durch attraktive Expertenkonzepte auszutauschen. Das Prinzip heißt „WIN-WIN“ und „Intelligente Kooperation“ (Smart Coop).

Als Anfang 2012 im VerbändeNetzwerk Menschen Machen Wirtschaft (MMW) e.V. die Expertengruppe SmartCoop-Wohn-Eigentum berufen wurde, um für (eigentumsorientierte) Wohnungsbaugenossenschaften moderne und zukunftsfähige Wohn-Eigentums-Konzepte zu entwickeln sowie Konzepte für Wohnrenten zu entwickeln, hielten die Experten dies zunächst für eine „ganz normale Aufgabenstellung“. Bei der Suche nach potenziellen und strategischen Partnern für die Umsetzung solcher Konzeptionen – so Gerd K. Schaumann vom MMW-Vorstand – kam man naheliegend auch auf das Bausparkassenwesen. Um für solide Gespräche auf Ebene des Bundesverbandes der Privaten Bausparkassen vorbereitet zu sein, wurde eine spezielle Fachgruppe gebildet, deren Auftrag es war, spezielle Kooperationsfelder aus Sicht der Bausparkassen zu identifizieren und in das Gesamtkonzept einfließen zu lassen. Dazu wurden auch Gespräche mit zahlreichen Repräsentanten von Bausparkassen geführt, insbesondere mit Maklern, weil diese dem Bausparkunden am engsten verbunden sind.

Ziel war stets herauszufinden, mit welcher Motivation Menschen Bausparverträge abschließen, weil die staatliche Wohnungsbauförderung seit 2009 eng mit notwendigen wohnwirtschaftlichen Aktivitäten verbunden sein muss. Überraschend war, dass einerseits ein großer Teil der Bausparkunden zwar auf die Wohnungsbauprämie fixiert ist, andererseits jedoch nur wenig konkrete Ideen hat, wohnwirtschaftliche Projekte zu realisieren. Und wo es Umsetzungsideen gab, waren die Chancen, eine größere Gesamtfinanzierung herzustellen recht gering. In den meisten Fällen könnte die Verwirklichung der Idee an der konkreten sozialen Situation dieser Bauspargruppen scheitern.

Die ersten Ergebnisse der Studien waren recht verblüffend, zumal nicht zu erkennen ist, dass die Bausparkassen daraus bereits wirksame Schlüsse gezogen hätten, zumindest sind zunächst keine erkennbar. Dabei wurde die Frage, was in solchen Fällen mit der Wohnungsbauprämie geschieht, zunächst nur gestreift.

Inzwischen wurden mehrere Fachgutachten an renommierte Rechtsanwaltskanzleien und ausgewiesene Wissenschaftler bzw. Wohnwirtschafts-Experten vergeben, um die angestrebten Kooperations-Gespräche auf Ebenen der Geschäftsleitungen von Bausparkassen zu befördern.

Hierzu gehört u.a. die derzeit recht restriktive Handhabung bei der Übertragung von Bausparverträgen. Derzeit ist im § 14 der Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) eine Übertragungszustimmung lediglich in den Grenzen des  § 15 Abgabenordnung (Angehörige) vorgesehen.

Frank-Peter Evertz, Vorstand der DEUS Deutsche Societät eG, berichtete, dass bei den hierzu durchgeführten Recherchen kaum Bausparkunden aus den unteren Einkommengruppen ermittelt werden konnten, die ihren Bausparvertrag auf eine Person der Gruppe  „Angehörige“ (§ 15 AO) übertragen könnte. Bei einer restriktiven Begrenzung der Übertragung auf „Angehörige“, dürfte sich ein durchaus gravierendes Problem für solche Kunden geben: Diese können ihren Anspruch auf das Bauspardarlehn nur realisieren, wenn sie selbst bauwirtschaftlich aktiv werden. Wenn nicht, läuft das Konzept der politisch beabsichtigten Wohneigentumsbildung offensichtlich ins Leere. Es drängt sich die Frage auf, ob die geringe Inanspruchnahme der Darlehnsquote der Bausparkassen nicht hierin – zumindest zu einem Teil – seine Ursache haben könnte. Ergänzend drängt sich ein zusätzliches Thema auf. Die meisten Kunden dieser Einkommensgruppe setzen außerdem auf den Zufluss der Wohnungsbauprämie. Diese ist aber seit 2009 eben an diese wohnwirtschaftliche Verwendung geknüpft. Droht in Zukunft gerade solchen Menschen, für die die Wohnungsbauprämie geschaffen wurde, die nachträgliche Rückzahlung? Das wäre rechtlich und politisch ein nicht ganz unproblematischer Zustand, verbunden mit einem Imageverlust für das renommierte Bausparkassenwesen in Deutschland.

Eines der Gutachten von MMW soll deshalb klären, ob es gänzlich ins Benehmen der Bausparkasse gelegt werden kann, einer Übertragung eines Bausparvertrages die Zustimmung zu versagen, wenn dieser Kunde keinen Angehörigen findet, auf den er seinen Vertrag übertragen kann und ihm daraus offensichtlich ein Schaden entsteht.

Es scheint gute Gründe dafür zu geben, dass sich Bausparkassen und (eigentumsorientierte) Wohnungsbaugenossenschaften zum Dialog treffen, denn es geht um mehr als deren eigene Interessen. Es geht auch um Glaubwürdigkeit, Vertrauen und soziale Verantwortung.

Erfreulich gut, so Gerd K. Schaumann, laufen die Voranmeldungen zur Fachkonferenz aus der Gruppe der Bausparkassen, auch wenn dies zunächst hauptsächlich Makler und Vertriebler sind. „Seit uns klar ist, dass auch die Bausparkassen – mehr als bisher – eigene Interessen mittels intelligenter Kooperationswege (SmartCoop) mit (eigentumsorientierten) Wohnungsbaugenossenschaften realisieren können, gehen wir davon aus, dass die Fachkonferenz zu einem echten „WIN-WIN-Dialog“ auch auf den Führungsebenen von Bausparkassen und Wohnungsbaugenossenschaften wird.

Ziel dieses Dialoges und damit der Fachkonferenz ist zugleich, die wohnungswirtschaftliche Gesamtsituation in Deutschland weiter zu verbessern. Damit einher gehen soll deshalb auch, den Weg zu einer – von allen Parteien gewollten – (Wohn-) Zusatzrente im Alter zügig weiterzuentwickeln. Dazu macht es Sinn,  zu zeigen, welche Kräfte Partnerschaft – verbunden mit „Intelligenter Kooperation“ (Smart Coop) – zu mobilisieren vermag. 

29.01.13

INVESTOREN interessieren sich zunehmend für GENOSSENSCHAFTEN


Wertewandel und Trend zur Kooperation forciert neue Kooperationsmodelle

 

Was vor einigen Jahren noch undenkbar schien, entwickelt sich zunehmend zur Normalität: Auch größere Investoren entdecken Genossenschaften für attraktive Investments. Das VerbändeNetzwerk MMW hatte deshalb zur Konferenz „SmartCoop -  Nachhaltig kooperativ investieren“ eingeladen. Es wurde mehr als nur ein Erfahrungsaustausch und Kennenlernen zwischen den Managern von Kooperations-Unternehmen und Managern von Investment-Kapital. Macht Sinn – lautete die signifikante Botschaft beider Gruppen, Fortsetzung fest verabredet.

 

Die Konferenz in Halle „sprengte“ alle Erwartungen, von allen Seiten! Hatte man im VerbändeNetzwerk Menschen Machen Wirtschaft e.V. eher mit einem allmählichen Gewöhnungsprozess gerechnet, durch den beide - sich bisher eher fremd gegenüber stehende – Gruppen gehen würden, entwickelte sich die Arbeitsatmosphäre komplett anders. Skepsis wich sehr schnell Neugier, spätestens als die Vertreter beider Seiten ihre Möglichkeiten und Interessen in kurzen Statements dargelegt hatten.

 

Die wichtigsten Punkte für die Gruppen der Investoren waren insbesondere die folgenden Faktoren:

 

a.    SICHERHEIT des Investments

b.    STABILITÄT des Unternehmens

c.    RENDITE des Investments

 

SICHERHEIT des Investments

 

Von Seiten der Genossenschaften wurde zunächst verwiesen, dass diese Unternehmensform zu einer der stabilsten Rechtsformen in Deutschland gehört. Mit 0,1% sind Genossenschaft sozusagen die mit weitem Abstand insolvenz-sicherste Unternehmensform. Das hängt nicht zuletzt – so ein Vertreter des genossenschaftlichen Prüfungsverbandes pvdp e.V. - auch damit zusammen, dass Genossenschaften (eG) eine Pflichtmitgliedschaft in einem gesetzlichen Prüfungsverband nachweisen müssen, der regelmäßig und gesetzlich verpflichtend – je nach Größe der eG – jährlich oder zweijährig jede eG prüft. Diese Prüfung verbindet die Prüfung des wirtschaftlichen Handelns der eG mit laufender Beratung des Unternehmens. Daraus entsteht sozusagen eine Besonderheit bei einer eG, die „Betreuungs-Prüfung“. Dass Sicherheit von Kooperationen und Genossenschaften am Markt für immer bedeutender eingestuft wird, zeigt das zunehmende Interesse breiter Schichten der Bevölkerung an dieser Unternehmensform.

 

STABILITÄT des Unternehmens

 

Die Skepsis, die Investoren gegenüber einer Genossenschaft hegen – so ein Vertreter einer größeren Fondsgruppe – basiert vor allem darauf, dass Mehrheiten sich nach „Köpfen“ und nicht nach Höhe des beteiligten Kapitals bilden, was zu „unkalkulierbaren“ Mehrheiten führen könne. Außerdem seien Aufsichtsräte jederzeit in der Lage Vorstände (einstweilig) abzulösen.

Frank-Peter Evertz, Vorstand der VARITAS GenoServices eG, der seit Jahren Genossenschaften aufbaut und berät, äußerte Verständnis für diese Haltung und erläuterte: „Wir haben bei MMW gerade diese Meinung sehr ernst genommen, weil sie in der Tat zu Irritationen führen kann, vor allem bei größeren Investoren, die bisher mit Aktiengesellschaften oder GmbH zusammengearbeitet haben. Zunächst – so Evertz – zeigen uns Erfahrungen, dass dies eher Theorie ist, denn ein erfolgreiches Management wird nicht abgelöst, zumal nicht von Teilhabern, die am Erfolg partizipieren. Dennoch sind durch individuell zu gestaltende Satzungsanpassung und Geschäftsordnungen Vorkehrungen zu treffen, dass Irritationen der befürchteten Art Wirklichkeit werden können. Dazu kann z.B. dienen, sog. ordentliche Mitgliedschaften und investierende Mitgliedschaften entsprechend der Geschäftspolitik zu definieren und einzuwerben. Investierende Mitglieder können weder mehr als ¼ der Mitglieder des Aufsichtsrates stellen, noch können diese auf Generalversammlungen Mehrheiten gegen die ordentlichen Mitglieder organisieren. Hiermit wird unternehmerische Kontinuität gewährleistet und zugleich sichergestellt, dass das Management in Funktion bleibt, solange das Unternehmen auf der Erfolgsspur bleibt.“.

 

Lothar Kühne (MMW-Vorstand) verwies auf eine weitere wichtige Regelung für die Stabilität einer eG, die Möglichkeit, ein Mindestkapital zu definieren und in der Satzung festzuschreiben. „Damit – so Kühne – wird gesichert verhindert, dass dem Unternehmen überraschend Eigenkapital entzogen werden kann. Man könnte z.B. definieren, dass ein solches Mindestkapital 90 % der gezeichneten Geschäftsanteile ausmachen soll. Entstünde eine Situation, dass ein atypischer EK-Entzug droht, würde diese Grenze maximal einen EK-Verlust von 10% zulassen. Durch Ausnahmenregelungen, für deren Wirksamkeit z.B. Vorstand und Aufsichtsrat satzungsmäßig zuständig gemacht werden können, wären Ausnahmen möglich, sofern dadurch die unternehmerische Stabilität nicht gefährdet wird.“

 

RENDITE des Investments

 

In seinem Beitrag stellte Gerd K. Schaumann (MMW-Vorstand) zunächst fest, dass nicht jede Genossenschaft für größere Anleger von Interesse sein kann. Dies hängt entscheidend von dem gewählten Förderzweck der eG ab. Umgekehrt  gibt es durchaus auch Genossenschaften die keine größeren Anleger aufnehmen würden, weil ihre Geschäftspolitik nicht auf den Ausweis der von dort geforderten höheren Renditen ausgelegt ist. Solche Unternehmen präferieren vielleicht eher Anleger und Märkte mit anderen Wertvorstellungen.

Andererseits – so Schaumann weiter - „haben Genossenschaften, sofern diese es wollen, einen hohen Grad von Flexibilität auch berechenbar hohe Renditen ausweisen zu können und dies satzungsmäßig und geschäftspolitisch auch so einzurichten. Zu den wichtigsten Gestaltungsarten, um Renditen wirksam werden zu lassen, zählen  u.a. die genossenschaftliche Rückvergütung, die Mindestverzinsung des gezeichneten Kapitals, partiarische Darlehen, sowie die steuerlichen Vorteile für unternehmerische Beteiligungen an Genossenschaften.

 

Neben den Märkten, wie denen der Erneuerbaren Energien, dem Gesundheitssektor, gehobenen Segmenten des Wohnungsbaus oder dem Vorsorgebereich, gibt es auch Spezialmärkte (auch international) in denen Genossenschaften inzwischen nachhaltig gute, und für größere Investoren attraktive Renditen erwirtschaften“.    

 

Der Vorstand von MMW sieht angesichts der Zinsentwicklungen am Markt der Lebensversicherungen auch durchaus gute Chancen für die Entwicklung von kooperativ aufgestellten Unternehmen, die in Wettbewerb zu Produkten dieser Branche treten werden.

 

Abschließend wurde noch über MMW-Maßnahmen berichtet, die dem Entscheidungsinteresse von größeren Investoren entgegenkommen werden. Hierzu zählt z.B. das SmartCoop Gütesiegel und SmartCoop-Watch. Während ein Gütesiegel-Zertifikat zur Zukunftsfähigkeit und Renditefähigkeit Aussagen trifft, handelt es sich bei SmartCoop-Watch um ein besonderes Überwachungssystem, das gezielt großvolumige Investments (z.Z. ab 1,0 Mio. EUR) durch externe Spezialisten begleiten kann.

 

Um den Kontakt zu größeren Investoren zu verstetigen und zu professionalisieren, hat MMW dies inzwischen als zusätzlichen Dienstleistungsbereich für seine Mitgliedsunternehmen ausgebaut. Hierzu gehört u.a. der Kontakt zu einem sich stetig erweiternden „Coop-Investoren-Pool“, die Aufbereitung von Projektunterlagen für nachfragende Unternehmen sowie die Durchführung von Gesprächen zur Geschäftsanbahnung. Zeiterspranis und Förderung der Entscheidungsorientierung sind die wichtigsten Aufgaben, von denen beide Seiten profitieren sollen, die Anbieter und Nachfrager von Kapital, sowohl in Form von Eigen-, wie auch Fremdkapital.  

30.11.12

Der Förderzweck - Ein wichtiges Element von Genossenschaften

Es wurden viele wichtige und richtige Entwicklungen im UN-Jahr der Genoosenschaften eingeleitet - vor allem wurden viel Konferenzen durchgeführt und viel Erklärungen erstellt.

Das haben wir im MMW VerbändeNetzwerk auch so gehalten, denn dies ist notwendig, um Genossenschaften in Wirtschaft und Gesellschaft noch intensiver zu verankern. Denn der kooperative Wirtschaftssektor entwickelt sich immer mehr zu einer echten Option zum Traditionenllen

Aber es bedurfte auch mehr als "Wort und Bild". Es bedurfte der kooperativen und praxisnahen Unterstützung, die auf das wirkt, was der KERN einer jeden Genossenschaft ist und worin sich sich von anderen Rechtsformen unterscheidet: Die Stärkung des FÖRDERZWECKS. Dieses zentrale Element kooperativen Handelns stetig und dauerhaft optimieren zu helfen, ist Auftrag und Anliegen von GenoTrust.

Gemäß dem Grundprinzip des VerbändeNetzwerkes, KOOPERATION nicht nur zu empfehlen, sondern selbst intensiv zu pflegen, lag es nahe, dies in Form einer Genossenschaft zu tun. Im wohlverstandenen Sinne des Wortes könnte man tatsächlich von einer "Patronatsgenossenschaft" sprechen.

Dieser "Patron" konzentriert sich jedoch ganz auf das, was einen "modernen Patron" auszeichnet: Er macht Angebote, greift Anliegen aus Mitgliedsgenossenschaften auf, leistet professionelle Unterstützung.

Das ZIEL ist stets der gleiche:

Genossenschaften bei der Optimierung ihres Förderzweckes nachhaltig zu unterstützen!

Der Grundgedanke, ist leicht nachvollziehbar, sozusagen das Ur-Prinzip kooperativen Denkens: Was einer Genossenschaft weniger gut gelingen kann, gelingt vielen Genossenschaften ungleich besser.

Nicht nur die Konditionen sind kooperativ besser einzuverhandeln, auch die Formen und Methoden, dies zu bewerkstelligen sind professioneller, wenn sich jemand darauf spezialisieren kann bzw. Spezialisten vertrauensvoll vertraglich einbindet.

Aber wichtiger als guter Zins und nachhaltige Anlagen sind meist die SICHERHEIT. Dafür haben wir besonders Sorge getragen, dazu wurden besondere Rahmenvereinbarungen geschlossen und haben die Gremien von MMW weitgehende Einflussmöglichkeiten.

GenoTrust heißt "Vertrauen in und mit Genossenschaft". Der Name ist sozusagen bei uns Programm.

Wer den Förderzweck einer Genossenschaft dauerhaft zu optimieren verspricht, muss selbst höchste Standards in Sachen Absicherung und Sicherheit erfüllen.

Wir sind sicher, dass uns dies bestens gelungen ist!

12.11.12

Zeit für das Berudsbild: GENOSSENSCHAFTS-BERATER


Nicht jede Beteiligung an einer Genossenschaft ist eine Finanzanlage
Die Diskussion um den § 34f GeWO schafft eine Menge Verwirrung

 
Wer sich an einer Genossenschaft beteiligt kann durchaus andere Absichten haben als „nur“ Vermögen anzulegen. Mit zunehmendem Herannahen des Zeitpunktes zum Inkrafttreten des neuen Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagerechts werden die Diskussionen und Meinungen immer verwirrender. Dabei gerät völlig außer Acht, dass sich auch Menschen aus ganz anderen Beweggründen an einer

Genossenschaft beteiligen möchten als dort einfach „nur“ Kapital anzulegen. ..

 

Eingedenk dieser Entwicklung sahen sich das VerbändeNetzwerk Menschen Machen Wirtschaft e.V. (MMW) und die in ihm verbunden unabhängigen Genossenschafts- und Genossenschaftlichen Prüfungsverbände veranlasst, unlängst die Fachgruppe „Förderung der Teilhabe am kooperativen Wirtschaftsleben“ zu gründen. Dessen Ergebnisse wurden inzwischen im Rahmen einer Fachkonferenz in Leipzig mit Juristen, Wissenschaftlern und zahlreichen Vorständen und Aufsichtsräten unterschiedlichster Genossenschaftsformen ausgewertet.

 

Am Ende der Veranstaltung wurde die Deklaration „KOOPERATION sucht der MENSCH – Genossenschaft  Macht deshalb SINN für Alle“ verabschiedet. Der Tenor dieser Deklaration lehnt sich bewusst an den Aufruf der UN zum Jahr der Genossenschaften – 2012 an („Genossenschaften – Ein Gewinn für Alle“.

 

In dem Teil, der Deklaration, die dazu „ermuntert“, das noch mehr Menschen als bisher den Schritt wagen, sich bewusst für einen kooperativen Wirtschaftssektor als „echte Alternative“ zu einem eher auf Konkurrenz aufgebauten Wirtschaftssektor zu entscheiden, heißt es u.a.:

 

·         Die Beteiligung an einer Genossenschaft auf „Vermögens- oder Finanzanlage“ zu reduzieren, widerspricht dem Kerngedanken des Genossenschaftswesens,   mittels eines gemeinschaftlichem Geschäftsbetriebes einen gemeinschaftlich festgelegten Förderzweck zu realisieren.

 

·         Ein solcher Förderzweck kann unterschiedlichster Natur sein und obliegt der jederzeitigen Gestaltung und Beeinflussung durch die Mitgliedschaft. Diese Souveränität der Mitglieder kann nicht eingeschränkt werden. Schon deshalb würde jede Festlegung auf eine Finanzanlage entweder zu einer Einschränkung der Souveränität der Genossenschaft führen oder aber die gesetzlich geforderten Beratungsprotokolle (der Vermittler) würden obsolet.

 

·         Das aktive Einwerben von Teilhaberschaft an einer Genossenschaft kann nicht grundsätzlich auf den Voraussetzungen der Gewerbeordnung (§ 34f) aufgebaut werden, ohne die originären  Motive der Beteiligung – differenziert von Mitglied zu Mitglied - zu berücksichtigen.

 

Die Mitglieder der Fachgruppe gaben außerdem zu bedenken, dass die jetzigen Regelungen zu erheblichen Verunsicherungen bei Vorständen und Aufsichtsräten von Genossenschaften führen können, die aktiv – auch unter Einbeziehung Dritter -Mitglieder ansprechen, z.B. um ihnen die Vorteile eines gemeinschaftlichen Einkaufs oder Eigentumerwerbs (Haus, Wohnung) nahezubringen.

 

Wenn der Gesetzgeber von „Finanzvermittlung“ spricht, die zu regeln sei, dann muss er – so die einstimmige Haltung der Juristen - muss er auch bei dem bleiben, was er meint, nämlich „Finanzvermittlung“ zu regeln. Aber eben auch nur das, nicht etwa auch zugleich alle anderen Förderzwecke die Genossenschaften nachweislich haben können und schon immer haben. Wer Genossenschaftsteilhabe berufsmäßig „einwirbt“ betreibt keineswegs automatisch „Finanzvermittlung“. Hier kommt es entscheidend auf das Motiv der Genossenschaft an (Förderzweck), nämlich, was wirklich gewollt wird, z.B. Geld anzulegen oder mittels eines gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebs etwas zum Vorteil (Förderzweck) der Mitglieder zu bewegen. Dies sind zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte, die auch unterschiedlich zu betrachten sind.

 

Die Fixierung darauf, dass jede Form der Vermittlung von Mitgliedschaft in einer Genossenschaft als „Finanzanlage“ gesehen zu werden droht, ergibt sich auch aus dem sog Sachkundenachweis für Personen, die gewerbsmäßig Genossenschaftsmitgliedschaften vermitteln. Dort wird Sachkunde komplett auf „Finanzvermittlungs-Sachkunde“ reduziert (Verordnung zur Einführung einer FinanzvermittlungsVO, § 1).  Noch deutlicher wird das bei den „Gleichstellungen anderer Berufsqualifikationen“ (§ 4). Stets geht es ausschließlich um den Nachweis von Qualifikationen aus dem Finanzdienstleistungsbereich.

 

Bliebe die Form des jetzigen Gesetzes bestehen, würde das zu der „merkwürdigen“ Situation führen, dass  z.B. ein langjähriger Mitarbeiter eines genossenschaftlichen Prüfungsverbandes mit profunden Kenntnissen im Genossenschaftswesen, keine Akzeptanz finden würde  und ein Mensch, der sich für die Vorteile gemeinschaftlichen Wirtschaftens (auch in sozialen und kulturellen Bereichen) interessiert, stets nur von einem Spezialisten für  „Finanzprodukte“ anzusprechen wäre. Ein solches Bild kann ein ernstzunehmender Gesetzgeber kaum wirklich gewollt haben.

 

Die Präambel der Deklaration „KOOPERATION sucht der MENSCH – Genossenschaft macht deshalb SINN für ALLE“, so  Gerd K. Schaumann (Vorstand bei MMW) macht deutlich, was eben anders ist. Es geht bei Genossenschaften längst um mehr als „nur“ die Form oder die Struktur, es geht um Substanz, vielleicht sogar um eine Substanz,  die  eine neue Form zukunftsfähigen Wirtschaftens andeutet.

 

Dazu heiß es in der Deklaration z.B.:

 

„KOOPPERATION und GENOSSENSCHAFT sind keineswegs lediglich  eine beliebige oder nur andere Wirtschafts- oder Handlungsstruktur. Es wird zugleich ein neues WERTEVERSTÄNDNIS damit verbunden. Dies  sind  u.a. die WERTE des Miteinanders statt Gegeneinanders, die  WERTE von VERTRAUEN statt Angst, die WERTE von SELBSTVERANTWORTUNG statt Fremdverantwortung und die WERTE von TRANSPARENZ statt Anonymität.  

 

Folgerichtig der Appell an den Gesetzgeber, Klarheit durch Differenzierung bei dem Einwerben von Mitgliedschaften für Genossenschaften zu schaffen.

 

Natürlich – so Gerd K. Schaumann weiter – wenn Genossenschaften originär lediglich Finanzanlagen anbieten, sind diese auch so zu behandeln und dem neuen Recht des § 34f GeWO zu unterwerfen. Dem könnten wir wohl zustimmen, obwohl auch hier die internen Kontrollinstrumente einer Genossenschaft nicht mit AG oder GmbH & Co KG in einen Topf zu werfen sind.

 

Wo jedoch der Förderzweck der Genossenschaft nicht in Richtung „Finanzanlagen“ geht, sollte der Sachkundenachweis für „Finanzanlagen“ mangels Sinnhaftigkeit aufgehoben oder zumindest korrigiert werden. Sachkunde durchaus, aber dann in den Fragen, für die Sachkunde Sinn macht, z.B. für das Genossenschaftswesen. Warum also nicht so etwas wie das Berufsbild eines „Genossenschafts-und Kooperations-Beraters“ einführen?

 

Sofern man das Gesetz nicht zu ändern bereit sei, so der Vorschlag von MMW, könne man die Prüfungsverbände der Genossenschaften einbeziehen, die testieren können, ob eine Genossenschaft „Finanzprodukte“ verkauft oder nicht.