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07.07.13

Wer Mitgliedschaften für Genossenschaften einwirbt, ist nur bedingt ein Finanzdienstleister ...


Könnte der § 34 f GewO in Bezug auf Genossenschaften sogar verfassungswidrig sein?

 

Erstes Fachgutachten des  pvdp Prüfungsverbandes  und MMW VerbändeNetzwerkes e.V. zum Umgang mit dem bestehenden Recht vorgestellt.

 

Solange Genossenschaften im recht übersichtlichen Umfeld ihre Mitglieder ansprachen, war für alle die „Welt noch in Ordnung“. Wer hätte auch damit gerechnet, dass in wenigen Jahren, sich diese „Welt“ derart verändern würde, dass der Gesetzgeber sich aufgerufen fühlte, deren Mitgliederwachstum zu reglementieren. Zwar begründete man dies mit dem Gedanken des Verbraucherschutzes. Das wiederum bestreiten zunehmend mehr Stimmen. Dort spricht man immer offener von gezielten „Wachstumsblockaden“. Auch wenn man so weit nicht gehen will, muss doch kritisch angemerkt werden, dass einige der reglementierenden „Spielregeln“ überzogen erscheinen. Um wenigstens etwas Klarheit im verordneten Zusammenwirken von Genossenschaft und Dienstleistern (Vermittlern) zu schaffen, wurde ein Fachgutachten in Auftrag gegeben, das über die Verbände zu beziehen ist. Die mögliche Verfassungswidrigkeit soll in einem weiteren Gutachten überprüft werden

 

Die Vorstellung des ersten Fachgutachtens in Leipzig erfolgte im Rahmen einer Informationsveranstaltung des MMW VerbändeNetzwerk der Deutschen Genossenschafts- und Kooperationswirtschaft (Menschen Machen Wirtschaft) e.V. mit dem Tenor „Genossenschaftliche Souveränität und staatliche Aufsicht“.

 

Für das MMW VerbändeNetzwerk erläuterte Gerd K. Schaumann (Vorstand) die recht ungewöhnliche Art der Präsentation eines Fachgutachtens. Er führte u.a. dazu aus:

 

Wir freuen uns, dass es gelungen ist, das deutsche Genossenschaftswesen – in recht kurzer Zeit – aus einer Art „Entwicklungsstarre“ zu lösen und zu einer der interessantesten und „begehrtesten Handlungsstruktur für Menschen mit Gemeinsinn werden zu lassen.

 

Sicherlich hat das Jahr 2012 der UN geholfen und hat der Aufruf - „Genossenschaften – ein Gewinn für Alle“ - gute Unterstützung für die bereits seit einigen Jahren erlebbare Dynamisierung des Genossenschaftssektors bedeutet. Aber der Trend war bereits da, er wurde nur verstärkt. Und genau dieser Trend kam nicht von ungefähr. Prof. Kreibich (Weltzukunftsrat und Berater der Bundesregierung) sieht zu Recht einen langfristigen gesamtgesellschaftlichen TREND in Richtung (wirtschaftliche) Kooperation.

 

Wir meinen, dass dieser TREND eine natürliche und richtige Antwort der MENSCHEN in diesem Lande ist, die:

 

1.   Verunsichert sind durch Krisenerfahrung und Krisennachrichten über einst für stabil gehaltenen Bereichen, wie Banken und Versicherungen.

2.   Wissen wollen, was mit ihren Geldern passiert, wohin z.B. investiert wird und ob dies mit ihren ethischen und sozialen Vorstellungen konform geht.

3.   Mitgestalten wollen beim Einsatz und – natürlich auch dem Ergebnis bezüglich ihres eingesetzten Geldes

 

Diesem Weg nennen wir SMARTCOOP. Menschen kooperieren intelligent für ihren Nutzen. Nun mag es eine Gruppe geben – und die ist inzwischen beachtlich groß -, die den Förderzweck „Kooperationsvorteil“ keineswegs auf „Gewinnausschüttung“ bzw. Rendite reduziert. Deren Motive können - z.B. bei Energiegenossenschaften oft vorfindbar – lauten: Die Unterstützung einer nachhaltigen, zügigen Energiewende. Das mag alles wie eine „Finanzanlage“ erscheinen, ist aber im Kern nicht so von den teilnehmenden Menschen gesehen oder gewollt.

 

Diese Differenzierung fehlt komplett beim § 34 f GewO !

 

Die Kernbegründung zu allen Reglementierungen ist schlussendlich der (angebliche) Schutz des Verbrauchers. Was aber, wenn der Verbraucher sich selbst nicht als Verbraucher, sondern sich z.B. als Umweltschützer definiert? Das ist mit Sicherheit keine „Finanzanlage“! Würde aber „zwangsweise“ – nach jetziger Lesart – als solche definiert werden. Ein Blick in die Materialien zum Erwerb der IHK-Qualifikationen für Finanzdienstleister macht deutlich, wie aus Sinn sein Gegenteil wird. 

 

Das VerbändeNetzwerk verfolgt mit Sorge, dass die Reglementierungen letztlich auch die Funktion haben werden, weiteren Wachstum in Richtung Kooperations- und Genossenschaftssektor zu blockieren.

 

Um dies zu verhindern, fordern wir Gesetzgeber und Parteien auf, zu ihren zahlreichen positiven Äußerungen im Jahre 2012 zurückzukehren und die diversen Richtlinien und „Schutz-Gesetze“, die systemwidrig den Genossenschaftsbereich behindern, auf den Prüfstand zu stellen. Sie alle waren 2012 begeisterte Anhänger von „Genossenschaften – Ein Gewinn für Alle“. Von dieser Begeisterung ist in Regelungen wie z.B.  § 34 f GewO oder Kapitalanlagengesetz nur wenig zu spüren.  

 

Natürlich nimmt das VerbändeNetzwerk den Verbraucherschutz ernst. Gleichzeitig muss jedoch die Frage erlaubt sein, ob der Schutz für Teilhaber von außen kommen muss, wenn er viel besser von innen kommen kann, denn jede Genossenschaft hat demokratisch legitimierte Gestaltungs- und Kontrollgremien mit weitreichenden Einflussmöglichkeiten.

 

Wir erleben bereits jetzt, wie eine Behörde (BaFin) sich über das Genossenschaftsrecht  hinwegsetzen und anordnen kann, dass Mitgliedschaften „rückabzuwickeln“ sind. Eine nachgeordnete Behörde hat im Rahmen der diversen Reglementierungen inzwischen gegenüber Genossenschaften einen unkontrollierten Machtzuwachs erfahren, der auch vor dem Grundgesetz (Art. 12 und Art. 14) nicht Halt zu machen scheint.

 

Das Fachgutachten bietet geeignete rechtliche Hinweise, mit der aktuellen Situation umzugehen bzw. zurecht zu kommen. Sicherlich ein richtiger und wichtiger Schritt. Es kann jedoch keine Lösungen für den wirklichen Kern des Problems bieten.

 

Und diesen Kern sieht das VerbändeNetzwerk vor allem in der tendenziellen Verfassungswidrigkeit zahlreicher Regelungen. Deshalb wird neben Gesprächen mit Regierung und Parteien durch Rechtswissenschaftler geprüft, inwieweit diese Normen in die verfassungsmäßigen Rechte von Genossenschaften eingreifen. Dies soll ggf. auch durch eine Verfassungsbeschwerde geklärt werden.

Für das MMW VerbändNetzwerk ist die verfassungsgeschützte Absicherung der genossenschaftlichen Autonomie von hoher Qualität, um ein weiteres Aufwachsen eines nach kooperativen Spielregeln funktionierenden Wirtschaftssektors zu gewährleisten.   

 

 

 

 

     

 

 

10.09.11

Ich lebe vom Verkauf von Fonds und Versicherungen - aber solche Produkte wollen immer weniger Kunden ...

Frage:

Ich bin Makler und verdiene mein Geld mit dem Verkauf von Fonds-Beteiligungen, Lebensversicherungen und Ähnlichem. Vor einigen Jahren war das kein Problem. Selbst beste Kunden verweigern sich förmlich, in solche Produkte ihr Geld zu investieren. Sie meinen, sie hätten genug schlechte Erfahrungen selbst damit gemacht oder von schlechten Erfahrungen gehört. Sie wollen ihr Geld nur noch so anlegen, dass sie die Verwendung nachvollziehen können und Einfluss darauf haben. Außerdem legen sie Wert darauf, dass mit ihrem Geld ein ethisch wertvoller Zweck verfolgt wird. Was könnte ich stattdessen meinen Kunden anbieten um den Wünschen meiner Kunden gerecht werden zu können?

Antwort:

Sie stehen mit dieser Erfahrung ganz gewiss nicht allein. Sie schildern etwas, was man für so etwas wie einen
  • "Paradigmenwechsel im Finanzdienstleistungs-Sektor"
halten könnte.

Es mag für die Branche recht schmerzhaft sein, denn viel zu lange hat sie sich nur mit sich selbst beschäftigt, die Kundeninteressen waren eher schmückendes Beiwerk...

Auch die vielen Makler und anderen Finanzdienstleister haben nicht gerade daran gewirkt, Einfluss auf die Produktgestaltung zu nehmen, man hat dies den "Größen" überlassen - und die waren weit weg vom Kunden, viel zu träge und unfelxibel, um auf die Veränderungen bei den Kunden-Motiven zu reagieren.

Was wir jetzt sagen, wird Sie vielleicht überraschen, möglicherweise auch zunächst irritieren.
  • Könnten Sie sich vorstellen, das was Sie als "Krise" empfinden, als Chance zu sehen?
Wieso? Weil Ihre Chance darin liegt, für das zu arbeiten, was wahrscheinlich von Ihnen schon immer beabsichtigt war:
  • Paßgenau auf die Vorstellungen Ihrer Kunden eingehen zu können!
Das klingt visionär? Nein, überhaupt nicht, denn der Wandel in den Motiven Ihrer Kunden lässt sich besser "bedienen", als Sie denken... Wir gehen darauf gleich ein.

Gehen Sie mit darin, dass die Kundenwünsche in den letzten Jahren auch zugleich differenzierter geworden sind, "d a s" Produkt gibt es nicht mehr, zu dem die meisten Kunden "passt für mich" sagen würden.

Wenn dem so ist, haben Sie drei Wege, damit umzugehen. Sie lesen richtig:
  • Sie haben jetzt mehr Wahlmöglichkeiten, als Sie denken!

Möglichkeit A - Die traditionelle Möglichkeit
  • Sie suchen bei einem Großanbieter (Versicherung, Fonds, etc.) ein gut klingendes Produkt. Sie wissen aber, dass Ihr Kunde dies eigentlich so nicht will, weil z.B. sein Interesse nach Transparenz nicht erfüllt ist. Auch könnte ihm nicht ganz wohl dabei sein, womit dort die Rendite verdient wird (Ausland, nicht umweltkonform, etc.). Auf entsprechende Fragen des Kunden, könnten sie versucht sein, etwas "schön zu malen", von dem sie selbst nicht überzeugt sind. Sie ahnen deshalb, dass sie vielleicht bei diesem Kunden heute den letzten Gesprächstermin oder Abschluss bekommen bzw. zustandegebracht haben ...

Möglichkeit B - Die zeitgemäßere Methode
  •  Sie lernen die differenzierten Beweggründe Ihrer Kunden genau kennen und orientieren sich in einem viel breiteren Markt, als gemeinhin Finanzdienstleister zu denken bereit sind....
  • Ein Beispiel: Inzwischen hat sich so etwas wie ein kundennaher Markt gebildet. Da entstehen vielleicht Energieproduktionen in der Region. Windkraft, Biogas, Solar Holzhäcksel, BHKW oder andere alternative Energieformen erwirtschaften recht gut Renditen. Der Kunde wird neugierig, er ist erfreut, wenn Sie ihm vielleicht einige solcher Projekte genauer erklären können. Spüren Sie den Unterschied zu Methode A?:
  • Der Weg des Kunden geht hier in Richtung konkreter Informationen. Das schafft z.B. ein wesentlich besseres Gefühl in puncto Sicherheit. Auch kann er inzwischen wählen, wofür seine Interessen eher sprechen.
  • Bei dieser neuen Form haben Sie selbst auch bereits ein ganz anderes (ein besseres) Gefühl. ..... Aber noch immer scheint etwas den Kunden zu blockieren ... Bei dem einen heißt diese "Blockade" vielleicht Transparenz, bei dem anderen vielleicht Kontrolle, Sicherheit .... oder sogar Mitwirkung ...
  • Und jetzt werden Sie sogar vom Kunden inspiriert und Sie denken vielleicht:
    • Wäre es nicht noch besser, wenn ich ihm auch noch diesbezüglich etwas bieten könnte - aber das wäre einfach zu schön, um wahr zu sein ....
Schauen wir, ob das nicht auch noch möglich werden kann ....
    Möglichkeit C - Die Anlage (wirklich nur)aus der Sicht des Kunden
    • Ihr Kunde sagt z.B.:
      • Ich möchte mich jederzeit über den Verlauf meiner Finanzanlage selbst informieren können, z.B. bei den Jahresversammlungen dabei sein, sogar Anträge stellen können ...
      • Ich möchte nur in solche Anlagen investieren, in denen gute Rendite und gute Gefühle (Umweltschutz, etc.) zugleich bestehen - und das auch kontrollieren können ...
      • Ich möchte, dass eine unabhängige, professionelle Stelle Jahr für Jahr die Entwicklung der Einrichtung prüft, die mein Geld nutzt und darüber den Anlegern berichtet wird.
    • Ich möchte aktiv mitgestalten können, dort wo mein Geld "arbeitet" ...

    • Kurzum: Ich möchte bestmögliche Sicherheit, Vertrauen, Kontrolle, viel Wert für die Umwelt und zugleich noch eine gute Rendite ...
    Sie werden denken, das geht nie. Wenn das so weitergeht, verkaufe ich bald nichts mehr ....

    Zugleich denken Sie jedoch vielleicht auch:
    • Aber irgendwie hat mein Kunde - aus seiner Sicht - Recht!
    Die Möglichkeit C - die, die Sie zunächst in so etwas wie Existenzangst zu versetzen scheint - wird in Zukunft die Finanzdienstleister-Branche mehr tangieren, als geahnt ....

    Wer sich ein wenig mit der sog. Graumarktregelung befasst hat, weiß, dass es dort längst nicht mehr nur um Qualifikation und Eignungsprüfung, Versicherung und Registrierung geht. Es geht auch nicht nur um Haftung, es geht darum, dass Sie
    • Ihr gesamtes Beratungsergebnis rechtfertigen und umfangreich protokollieren müssen.
    Und genau dieses Ergebnis, wird dann Jahr für Jahr genau geprüft, testiert und bewertet.... Das kostet aber nicht nur viel Geld und Zeit ...

    Denn wer diese Prüfung nicht besteht, bekommt echte Probleme ...
    • Was aber nun könnte eine gute Lösung sein - im Rahmen der Möglichkeit C?
    Es ist ein Produkt, mit dem kaum eine ernstzunehmende Person aus dem Finanzdienstleister-Sektor je  gerechnet hat:
    • Die GENOSSENSCHAFT
    Nicht nur im ENERGIE-BEREICH, auch in anderen interessanten Bereichen, wie z.B. Edelmetalle, Wert-Renten, etc. boomt es geradezu in Richtung GENOSSENSCHAFTEN.
    Immer mehr "Produkt-Gestalter", die fürher auf die Entwicklung von Fonds gesetzt haben, schwenken um in Richtung Genossenschaften...

    Der Kunde scheint Anlagen in Genossenschaften geradezu zu "lieben", denn sie erfüllen alles, was sein (neues) "Herz" begehrt, besonders das, was vorstehend in Möglichkeit C. genannt wurde...

    Besonderer Hinweis:

    • Um auf diese rasante Entwicklung bestmöglich zu reagieren, haben wir in unserem VerbändeNetzwerk Menschen machen Wirtschaft e.V. - in Verbindung mit den dort organisierten Wirtschafts-, Genossenschafts- und Genossenschaftlichen Prüfungsverbänden  - eine spezielle Arbeitsgruppe "FINANZDIENSTLEISTUNG und GENOSSENSCHAFT" eingerichtet.
    • Dort beraten Insider aus beiden Bereichen gemeinsam, und entwickeln professionelle attraktive Konzepte.
    • Dort wurde inzwischen auch eine kostengünstige Zusatzqualifikation zum "Geprüften GENO-Fachberater" entwickelt und angeboten. (Damit bereiten wir Sie auch zugleich auf die Prüfung bei der IHK nach § 34 f GewO vor)
    Und besonders wichtig:
    • Genossenschaftliche Prüfungsverbände sind - neben Wirtschaftsprüfern - zuständig für die jährliche Tätigkeitsüberprüfung.
    Bedenkt man, dass die Preise der Prüfungsverbände meist nicht unerheblich unter denen der Wirtschaftsprüfer liegen, wäre ein rechtzeitiger Kontakt durchaus von Vorteil, auch für die Verbände der FinanzdienstLeister ...

    Sie erreichen uns über mail unter info@menschen-machen-wirtschaft.de