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Hier entsteht - BAUSTEIN für BAUSTEIN - ein zukunftsweisendes Konzept einer Wirtschaft und Gesellschaft, das die Vielfalt von kooperativen Chancen darstellt. Wir laden Sie ein, aktiv mitzuwirken, durch Fragen oder Anregungen ...

WirKraft ist auf keine Rechtsform festgelegt. Von Interesse ist ein modernes WirKraft-Konzept besonders für Genossenschaften, Unternehmen, Vereine, Gemeinden, Stiftungen, Parteien, Kirchen/Religionsgemeinschaften ...
Bei der Entfaltung der WirKraft geht es einerseits um intelligente Kooperationen (SmartCoop) und anderseits um die Nutzung moderner Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften und der Quantenphysik . Unsere WirKraft-Experten kommen aus unterschiedlichen Berater-Berufen, Hochschulen und Verbänden. Im Bereich Genossenschaften kooperieren wir mit dem DEGP Deutsch-Europäischer Genossenschafts- u. Prüfungsverband e.V.
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19.06.19

„Kooperation“ - als Staatsziel - im Grundgesetz verankern?!


Das Staatsziel „Kooperation“ im Grundgesetz verankern?

Wer „Kooperation“ wirklich ernst meint, würde das Grundgesetz ändern (Artikel 20 Abs.1): „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer, kooperativer und sozialer Bundesstaat.

Bereich
Parteien und Coop

(Auszug)

Als ich unseren Studenten die Idee vorstellte, das Staatsziel im Grundgesetz (Artikel 20/1) – wie ich das mit Kollegen unlängst bereits diskutiert hatte - zu erweitern und den Begriff „Kooperation“ einzubeziehen, gab es – zu meiner Überraschung - nur vehemente Zustimmung. Wir hatten, wie ich mich erinnere – selten so eine engagierte, konstruktive Diskussion. …  

Gern würde ich Ihnen – wenn es gestattet ist – einige der Hauptargumente der Studenten in unseren Veranstaltungen zukommen lassen. …
Ganz bewusst lasse ich auch dabei die etwas „engagierteren“ Beiträge /Formulierungen nicht aus.
Gern können Sie diese aber auch bei einer möglichen Veröffentlichung herausnehmen – wofür ich durchaus Verständnis hätte. …

Insbesondere folgende Argumente wurden von unseren Studenten eingebracht :

·         Wir haben genug von den „Heißluft-Ballons“ der Politiker. Als im Jahre 2012 die UN das Jahr der Genossenschaften ausrief, haben alle Parteienvertreter sich gegenseitig überboten, Lobreden zugunsten von Genossenschaften und Kooperationen zu halten. Aber es erfolgten – wie nicht anders zu erwarten - keine entsprechenden politischen Handlungen.
·         Es ist inzwischen über 6 Jahre her, seit die Genossenschaftsverbände zum UN-Jahr der Genossenschaften, stolz ihren Button „Genossenschaften – Ein Gewinn für alle“ präsentierten. Der Slogan war durchaus „peppig“, aber was haben , die Genossenschafts-Verbände seitdem eigentlich bewegt?
·         Dann haben die Verbände sich – wie kleine naive Kinder“ – gefreut, sogar Genossenschaften als „Weltkulturerbe“ anerkannt zu bekommen. Eigentlich völliger Schwachsinn, denn nur vom Untergang „Bedrohtes“ muss geschützt werden. Was ist das für eine seltsame „Orientierung“ der Verbände an ihr Publikum? 
·         Im Jahre 2018 wurde – mit viel Geld – an „200 Jahre Raiffeisen“ erinnert. Dazu wurde sogar eine „Deklaration“ in die Welt gesetzt. Politiker kamen und hielten wiederum (fast die gleichen) Reden. Sogar die Kirchen machten mit. Und gleichzeitig wurde bekannt, dass Herr Raiffeisen recht „antisemitisch“ sich gegeben und geredet haben soll. Alles wurde einfach unter den „Teppich gekehrt“.
·         Wie gering der Einfluss der Genossenschaftsverbände in der Politik wirklich ist, zeigt die Koalitionsvereinbarung der „GoKo“. Wirklich ein  Meisterstück an Realitäts-Verdrängung. …
·         Bis heute scheint keiner begreifen zu können oder zu wollen, dass es einfach Blödsinn ist, „Hurra Genossenschaft“ zu schreien und sich damit sogar noch wohl zu fühlen. „Ich gehöre auch zu den Gut-Menschen“ scheint man zu meinen und verdrängt einfach, dass Genossenschaften nur einfach eine Rechtsform sind. Zwar eine recht gute, aber halt wirklich nur eine Rechtsform.
·         Dies „Hurra-Geno“ scheint uns nur davon abzuhalten, dass man sagen muss, worum es wirklich in unserem Lande geht: Um Kooperation. Es ist uns „sch – egal“, in welcher Form wir kooperieren, Haiuptsache ist, wir tun es - zumindest sagen das meine Kommilitonen. ... und irgendwie haben sie Recht damit – oder? ….
·         Man hat uns über Jahrzehnte erklärt, dass Konkurrenz toll sei, weil so effizient. Auch die Gewerkschaften lieben irgendwie das Spiel mit der Konkurrenz. Wir junge Generation sehen jedoch, wo es wirklich hinführt, wenn wir weiterhin gegeneinander arbeiten, also „konkurrieren“. …
·         Wir brauchen jetzt eine „Miteinander-Partei“, die deutlich macht, dass Kooperation angesagt ist. Genossenschaften haben sich offensichtlich gut arrangiert im Sumpf der Konkurrenz. Sie sind – unserer Meinung nach – nur „Feigenblätter“ für die Vertreter der Konkurrenz.
·         Aber ein „weiter so“ ist für viele junge Menschen nicht akzeptabel. Die EU-Wahlen haben das gezeigt. Es geht jetzt um unsere Zukunft, das „Eingemachte“. Was sollen wir mit ein paar Cent mehr Lohn oder Gehalt, wenn der Sinn der Arbeit zum „Schwachsinn“ wird.
·         Was sollen wir mit all den anderen Dingen, die eigentlich nur mehr „Müll“ erzeugen, aber keine Zufriedenheit schaffen….
·         Wir, die neuen Studenten, werden gewiss nicht danach streben, für jede „Bude“ zu arbeiten, nur weil man uns mit mehr Geld und einem Dienstwagen, usw. „ködert“.
·         Wir wollen in Kooperation und mit Verantwortung arbeiten, aber erfahren überall, wie (geistig) „minderbemittelt“ „Head-Hunter“ oder „Berufsberater“ auf unser „Zukunftswünsche“ reagieren.
·         „Aber Ihr könnte doch nicht wirklich wollen … „ und dann erfolgt der Lobgesang auf die Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft. Nein Danke – wir wollen unseren Kindern nicht mit gesenktem Haupt gegenübertreten, weil wir es – wie andere Generationen bereits zuvor „verpatzt“ haben, die wirklichen „Leidens-Ursachen“ zu sehen, wovon „Konkurrenz“ wohl eine ganz wichtige ist …
·         ….

Gern stelle ich Ihnen weitere Äußerungen zur Verfügung. Aber ich denke, es reicht Ihnen bereits, was ich hier zusammengestellt habe …

Sehr konstruktiv wurde die Diskussion jedoch, als es um die politische Zukunftsorientierung ging. Dazu gab es folgende – sachliche – Hinweise:

·         Das Parlament sollte beschließen, dass die Bundesregierung – jährlich -  einen „Bericht zur Lage der Kooperationsentwicklung“ in unserem Land in Auftrag gibt, über den anschließend im Parlament intensiv debattiert wird.
·         Die Parteien sollten regelmäßig – in Form kleiner Anfragen – deutlich machen, dass ihnen das Thema „Kooperation“ mehr Wert ist, wie lediglich darüber zu „reden“ und dann wieder zur „gewohnten Tagesordnung“ überzugehen …
·         Es sollten Gutachten und Studien zum Thema „Konkurrenz oder Kooperation“ in Auftrag geben werden. Dabei sollte auf Neutralität und Professionalität geachtet werden, sowie darin auch Änderungsvorschläge einfließen zu lassen, wie – aus Sicht des Gesetzgebers – unser Land aussehen könnte/sollte, wenn eine Veränderung in Richtung mehr Kooperation erfolgen würde?
·         …..

Weil von besonderem Interesse, möchte ich Ihnen mitteilen, dass die Studenten einen besonders interessanten Vorschlag einbrachten, das Thema „Kooperation“ mit der Staatszielbestimmung (Artikel 20/1) des Grundgesetzes zu verbinden. Sie argumentierten dazu:

·         Ein einziges Wort (Kooperation“) kann oder wird den Menschen im Lande zeigen, ob das bestehende Parlament, die dort sitzenden Parteien, bereit sind, Gewähr zu bieten, dass sich etwas Wesentliches in unserem Land bewegt: „Weg vom Konkurrenz-Denken, hin zu mehr „Kooperations-Denken“.

Das neue Staatsziel unseres Landes (Artikel 20 GG) würde dann künftig heißen:

„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer, kooperativer und sozialer Bundesstaat“

Lediglich ein einziges Wort wäre einzufügen. …
Und an dem Diskussionsverlauf dazu könnten alle Menschen sofort erkennen, welche Regierung, welche Parte, welche/r Abgeordnete, (vermutlich) wirklich seine Interessen vertritt.

Eine Studentin brachte es auf den Punkt:
Wenn Andrea Nahles jetzt nicht erkennt, wie die SPD (noch) zu retten wäre, dann sollte sie lieber zurücktreten.

(Hinweis: Die Diskussion erfolgte vor dem Rücktritt von Frau Nahles vom SPD-Parteivorstand)

Wir bitten um Nachsicht, dass wir hier eher „Forderungen“ aufgestellt haben, als Fragen zu stellen. …

Und wenn Sie uns jetzt noch mögen, würden wir gern einen Vertreter von MMW CoopGo zu einer Diskussion einladen. Der Termin sollte möglichst noch in diesem Semester erfolgen und wir würden gern auch Studenten anderer Semester oder auch anderer Hochschulen dazu einladen. Wären sie damit einverstanden? …

(Auszug)

Zunächst besten Dank für diesen sehr engagierten Beitrag. Eigentlich würden wir ihn gern „unkommentiert“ so stehen lassen.

Wir würden die Antworten – zunächst - im Rahmen der vorgeschlagenen Diskussion geben wollen und dann unsere Antworten erst veröffentlichen.

Sollten sich weitere Fragen auftun, können Sie (oder ihre Studenten) diese natürlich bereits vorab stellen. …

Ein Hinweis zusätzlich:

Wir sind von verschiedenen Seiten aufgefordert worden, uns an einer Initiative zur möglichen Gründung einer eigenständigen „Kooperations-Partei“ (Coop-Partei) zu beteiligen.
Wir finden den Vorschlag interessant und würden ihm durchaus nahe treten wollen, sofern es nicht gelingt, dass (mindestens) eine der Bundestagsparteien deutlich zeigt, dass Bereitschaft besteht sich - sichtbar- und nachvollziehbar - für die Einleitung eines „kooperativen Wandels“ einzusetzen.
Der „vereinfachte Prüfungs-Nachweis“ dazu könnte – in der Tat - die Einfügung des Wortes  „kooperativer“ in Artikel 20 Abs. 1 Grundgesetz sein.

Besten Dank für diesen interessante Hinweis. Wir greifen ihn gern auf und werden die Bundestagsparteien dazu befragen. ….

FragestellerIn:  HochschullehrerIn



Redaktion:
AG COOP-Partei
im
MMW CoopGo
Bundesverband der Cooperations- u. Genossenschaftswirtschaft e.V.

        

03.06.19

Der Unterschied zwischen „Kooperation“ und „Genossenschaft“ ist erheblich – ihn zu kennen, wichtig …



Warum eigentlich „Coop-Partei“ und nicht „Genossenschafts-Partei“?


Bereich
Kooperation und Genossenschaft

Frage
(Auszug)

Mir ist unklar, worin der Unterschied zwischen „Genossenschaften“ und „Kooperationen“ liegt.  ...
Als Vereinsvorstand habe ich schon öfters daran gedacht, eine Genossenschaft zugründen, weil der Verein sich mit dem Thema „Wirtschaft“ schwertut. …
Viele Vorstandskollegen aus Vereinen unserer Liga setzen eher auf eine GmbH oder AG als „Kooperations-Partner“ ihres Fußballclubs, wobei von dort die eigentlichen Entscheidungen „gesteuert“ werden. Es gilt eben der Grundsatz: „Wer das Geld bringt, will auch Einfluss haben“ … 
Kann man das auch anders hinbekommen? …
Wir als (kleinere) Vereine brauchten auch eine bessere (gesetzgeberische) „Lobby“, denn dort werden die „Großen“ eindeutig bevorteilt, z.B. durch „Werbeeinnahmen“, „Fernsehrechte …
      

FragestellerIn: Vorstand eines Fußball-Vereins (Profibereich)

Antwort
(Auszug)

Eigentlich haben Sie drei Fragen gestellt:

Einerseits geht es Ihnen wohl darum, zu erfahren, ob „Genossenschaft“ und „Kooperation“ synonym zu sehen und zu nutzen sind?
Andererseits beinhaltet Ihre Frage das Thema, ob der „Wirtschaftsbetrieb“ eines Profivereins nur in Verbindung mit einer GmbH oder AG Sinn macht oder ob man stattdessen auch eine Genossenschaft verwenden könnte?
Und letztlich geht es Ihnen um faire „Kooperations-Ausgleichs-Förderung“, was eine staatliche Aufgabe wäre. …  

Nun, eine „Genossenschaft“ ist nicht per se eine „echte“ Kooperation. Und nicht jede (echte) Kooperation muss zwangsläufig als Genossenschaft betrieben werden. …
Das gilt auch für einen Verein. …
Auch eine GmbH oder AG kann eine „echte“ Kooperation sein, sofern man das in den Statuten entsprechend verankert und nach innen (und außen) mit Leben erfüllt. …
Kooperation ist sozusagen an keine Struktur oder Rechtsform gebunden. Sie ist ein PRINZIP, das eigentlich in jeder Form realisiert werden könnte. Genossenschaft und Vereine sind die einfachste – und deshalb naheliegende – Form, KOOPERATION zum Ausdruck zu bringen. 
Menschen unterliegen oft den Irrtum zu meinen, dass die Rechtsform (Genossenschaft) bereits KOOPERATION zum Ausdruck bringe. Dies Missverständnis führte übrigens dazu, dass sich Institutionen wie Verbraucherschutz oder BaFin in das „Innenleben“ von Genossenschaften (wesensfremd) – und ohne den Widerstand von Genossenschafts-organisationen – unwidersprochen, einmischen konnte. …

Genossenschaften und Vereine sind deshalb gut beraten, die wirklich kooperativen VORTEILE deutlich nach innen und außen zu signalisieren.

Nehmen wir – beispielhaft – mal „Großvereine“ wie ADAC oder Bayern München. Dort ist nur noch „formal“ die kooperative Willensbildung entscheidend für Kurs und Inhalte. Die eigentlichen (wichtigen) (wirtschaftlichen) Entscheidungen treffen nicht die Mitglieder. Sie sind ausgelagert in „Sponsoren-Firmen“, die durch die Steuerung der zugeführten Geldmittel die eigentliche „Vereins-Politik“ gestalten.
Man könnte es auch so ausdrücken:
Die Mitglieder-Kooperation (Zustimmung) wird zwar nur indirekt, aber dafür sehr wirksam „erzwungen“ oder „vorausgesetzt“.

Das wird dann nach außen als „Kooperation“ dargestellt, ist es aber eigentlich nicht. …

Sie bringen nun die Frage auf, ob man den „Sponsorenbereich“ nicht auch mittels einer Genossenschaft integrieren könnte?

Ein wirklich guter Ansatz, der sowohl als „Entweder-Oder“, wie auch im Sinne von „Sowohl-als-auch“ Sinn machen könnte. Nehmen wir an, die Sponsoren (diverse Firmen) würden sich zu einer „Sponsoren-Vereinigung  (Genossenschaft) zusammenschließen. Gegenstand könnte z.B. „Gemeinsames Sportmarketing“ sein. Vorteil wäre, dass nicht nur „Konzerne“, sondern auch der Mittelstand, erwartete VORTEILE aus dieser Kooperation ziehen könnte.
Außerdem könnten Sportvereine auch selbst für ihre Mitglieder „Fan-Genossenschaften“ initiieren. Damit würden die Mitglieder der Sportvereine zugleich zusätzliche VORTEILE realisieren können:

A.   Es entsteht eine Art „Vereins-Einkaufsgemeinschaft“, sozusagen ein „WIR-Markt“.
B.   Außerdem entsteht eine Art „Gegengewicht“ zur Dominanz der „Groß-Sponsoren“, denn diese Genossenschaft wäre damit auf gleicher Augenhöhe mit den „Großunternehmen“ in eine „Förder-Partnerschaft“ mit „ihrem“ Verein einzutreten.       

Wir bringen damit sozusagen das Grundprinzip von Kooperation (Coop) zu Wirkung:

„ COOP – Die geniale Erfindung des VORTEILS“ …

Sie erkennen an diesen Beispielen gut, dass

a.   Eine Genossenschaft geeignet ist, COOP-VORTEILE – in fast jeglicher definierter Form – zu realisieren.
b.   Ein COOP nicht „automatisch“ entstanden ist, weil man beginnt zu definieren („wir kooperieren mit …“), sondern erst dadurch, dass man darlegt, welcher Aufgabe dieser COOP erfüllen soll und welches die daraus entstandenen VORTEILE sind.

Eine Rechtsform – auch wenn sie sich Genossenschaft nennt – ist nicht qua der gewählten „Juristischen Person“ kooperativ oder „unkooperativ“, sondern wird diese Definition (Kooperation) erst durch eine intelligente Entfaltung der (Zusatz-) COOP-Vorteile (SmartCoop) unter Beweis stellen müssen.

Insoweit – um die Frage zusammenzufassen – sprechen wir auch nicht von einer „Genossenschafts-Partei“, sondern – korrekt – von einer „COOP-Partei“.
Das WESEN, um das es geht – und was Veränderung und VORTEILE bedeutet, ergibt sich aus „PRINZIPIEN“, niemals (allein) aus FORMEN. …

COOP umfasst also wesentlich mehr als Genossenschaften. Dazu gehören auch VEREINE, STIFTUNGEN, und andere Unternehmensformen. Selbst PARTEIEN, Religionsgemeinschaften, etc. tragen – sozusagen – ein „Kooperatives Gen“ in sich. Dies zu erkennen und zu entfalten, wird ein wichtiges Element sein, das bewusst und gezielt – politisch - berücksichtigt und gefördert werden muss.

Wer alle diese „Quasi-Kooperationen“ zusammenfasst, wird leicht erkennen, dass Deutschland bereits eine (formale) „Kooperations-Republik“ ist. Wenn jedoch – quasi „dominant und klammheimlich“-  Konkurrenz als politische „Staatsziel-Handlung“ beharrlich gepflegt wird, ist die Frage ganz sicher berechtigt:

Bedarf es jetzt nicht doch eines „Weckrufs“ für „Pro Coop“. Was liegt näher, als dafür eine eigene „Coop-Partei“ in Erwägung zu ziehen?!

Im Zeitalter der Digitalisierung könnten die MENSCHEN im Lande selbst entscheiden, ob es nunmehr Zeit für eine „Mit-Einander-Gesellschaft“ sein sollte, in der die Lebens-Grundlagen FÜR ALLE MENSCHEN im Vordergrund stehen. Klimaschutz ist wichtig, aber nur ein Teil von dem, was eine wirklich kooperative Politik ausmachen würde und neu zu gestalten hätte. ….      



Redaktion:
AG Coop-Partei
im
MMW CoopGo
Bundesverband der Cooperations- u. Genossenschaftswirtschaft e.V.

30.05.19

Benötigen wir jetzt eine spezielle "Coop-Partei" ?!


Welche Chancen hätte eine Partei, um so ein Thema wie „Kooperation“ in den Mittelpunkt ihrer Parteipolitik stellen zu können?

Bereich
Parteien und Coop

(Auszug aus MailCoaching)

Wir haben bisher dem Thema „Kooperation“ keine besondere Gewichtung beigemessen. Auch in unseren Coachings war ich nicht völlig davon überzeugt, dass „Coop“ mal eine besondere Bedeutung haben könnte. Als „Begleitthema“, um mehr Miteinander zu erzeugen ja, aber für eine grundlegende Ausrichtung für Parteien, insbesondere unsere Partei, sah ich das bisher nicht. …
Die Ergebnisse der letzten Wahlen haben mich jedoch nachdenklich gemacht. Ich spüre, dass an dem Thema mehr „dran“ ist als bisher gedacht, aber – offen gestanden“ habe ich keine Ahnung, wie man das „rüberbringt“, intern und dann nach außen. …                 

(Auszug)

Wenn Sie nachvollziehen, dass seit einiger Zeit fast alle Umfragen und Studien konsequent Werte über 60% Zustimmung ausweisen, ob Menschen lieber in einer Gesellschaft des „Miteinanders“ statt in einer Gesellschaft des „Gegeneinanders“ leben möchten, dann ist das ein wichtiger Hinweis in zwei Richtungen:

A.   Immer mehr Menschen erkennen, dass „Miteinander“ – also Kooperation – die stimmigere Grundlage für LEBEN ist und „Gegeneinander“ nirgendwo als „natürlich“ oder „passend“ für Menschen zu deklarieren ist. Unser Körper und die Natur sind dafür – leicht für jeden Menschen nachvollziehbar – ein gutes Beispiele. …
B.   Immer mehr Menschen nehmen auch wahr, dass es einen Unterschied zwischen „Lebens-Bereichen“ und „Lebens-Prinzipien“ gibt. Kooperation ist ein fundamentales „Lebens-Prinzip“, sozusagen der „Grund“ bzw. das „Fundament“ von allem was daraus bzw. danach folgt. Die Parteien ignorieren dieses „Fundament“ und greifen recht wahllos Teilbereiche heraus, die sie zu „Wahlprogrammen“ ausbauen und dann in einem „Kampfritual“ – also recht unkooperativ – in den „Abstimmungsring“ werfen.

Die eine Partei setzt vorrangig auf „Arbeits-Themen“, weil sie dort den Zuspruch erwartet. Die andere Partei schürt Angst vor „Fremden-Einfluss“, die anderen wollen „Wirtschaft“ stärken wegen der Arbeitsplätze …
Das sind alles Themen, die nur Sinn machen, wenn die Lebensgrundlagen erhalten bleiben.
Und genau in dieser „Zone der Existenz-Vakanz“ konnte die Partei „punkten“, die auf „Klimaschutz“ (als Teil der Existenzgrundlage) setzte. …

Eigentlich recht einfach nachzuvollziehen:

·         Wenn die „Existenzgrundlage“ verloren geht (was beim Klimaschutz behauptet wird), werden Wirtschaft, Arbeitsplätze, Ausländer, etc. ehedem keine Rolle spielen. Dann sind alle – im Existenz-Dilemma -  „geeint“ und viele Parteien vertreten dann „Phantome“ die keinen wirklich mehr interessieren …
·         So gesehen, hat wahrscheinlich diese Wahl allen Parteien die Möglichkeit (im Sinne einer Chance) gegeben, auf den KERN von Politik, Leben, Menschen … einzugehen und zu beginnen, nunmehr die essenziell „tieferen“ Fragen zu stellen. …

Frage 2
(Auszug aus MailCoaching)

Was wären – neben Klimaschutz – weitere Themen, die Parteien nutzen könnten/müssten?  
Es macht wohl wenig Sinne für SPD, CDU/CSU, Liberale, Linke … jetzt die Grünen zu kopieren?. …

Antwort 2
(Auszug)

Sie haben natürlich Recht. „Kopieren“ ist keine Lösung. „Ignorieren“ aber auch nicht. …
Wie wäre es mit „integrieren“ und „kooperieren“?

Die Sichtweise „Konkurrenz“ oder/versus  „Kooperation“ ist nicht nur genial einfach für jeden Menschen zu verstehen, sondern zeigt bereits jetzt stabile „Höchstwerte“. Über 60 % der Menschen in Deutschland wollen mehr „Miteinander“, also Kooperation – kurz Coop genannt-.

Eine Partei, die dieses Thema aufgreift und daraus eine zukunftsfähige Programmatik entfaltet, wird sofort – mehrheitlich - Aufmerksamkeit finden.
Außerdem impliziert dieses Thema weit mehr als „nur“ das Klima zu schützen, sondern den Planet Erde (und damit auch unser Land) lebensgerecht zu gestalten. Wirtschaft – um ein Beispiel zu nennen - steht dann wieder im „Dienst“ der Menschen und nicht umgekehrt. …

Bleiben Sie bitte einfach mal einen Augenblick stehen und versuchen Sie sich vorzustellen, was – durch diesen „Paradigmenwechsel“ – wirklich passieren würde, also sich im Interesse der Menschen, korrigieren ließe. …

Und so könnte ein Einstieg in den Umstieg etwa aussehen:

Wie wäre es z.B. mit einer „Kooperations-Prämie“ oder einer Initiative, das Lebens-Prinzip „Kooperation“ im Grundgesetz zu verankern. Die Staatszielbestimmung (Artikel 20/1) könnte dann so lauten:

·         „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer, kooperativer und sozialer Bundesstaat“.

Mit dem Einfügen eines einzigen neuen Wortes – mit Namen Kooperation – würde Ihre Partei einen Diskussionsprozess in Gang setzen, in dessen Folge sie exponentielles Interesse quasi zum „Null-Tarif“ erzeugen würde.

Herr Kühnert hat möglicherweise ähnlich empfunden, dass ein „Wandel“ der Lebensgrundlagen unumgänglich ist, aber er hat das mit missverständlichen Vokabeln ausgedrückt. 
Hätte er z.B. gefragt, ob wir von (dominanter) „Konkurrenz“ zu mehr „Kooperation“ kommen wollen, sollen – eher müssen (!), er hätte damit vermutlich bereits den über Jahre hinweg latenten Abwärtstrend seiner Partei durchaus stoppen können. …
Beginnen wir politisch von der Grundsicht „Konkurrenz“ zur Einsicht von „Kooperation“ zu orientieren, bekommen alle Themen ein völlig anderes Gesicht.

21.05.19

Was sind spezielle „COOP – VORTEILE“ ?


Bei Modernen Genossenschaften ist dies mehr als „nur“ Mitgliederförderung …    


Bereich
Coop – Entstehung

Frage
- Auszug -

Ich bin langjähriger Aufsichtsrat einer Genossenschaft. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass die „Förderung der Mitglieder“ das Wichtigste für eine Genossenschaft ist. Jetzt vermitteln Sie den Eindruck, als sei Mitglieder-Förderung nur ein Teil der möglichen Vorteile. …
Könnten Sie mir bitte diese – für mich überraschende -Sichtweise näher erklären. Ergeben sich daraus auch Konsequenzen für meine Aufgaben als Aufsichtsrat?
Verstoße ich – unbewusst sogar gegen bestehende Gesetze? Und wenn ja, wo steht das im Genossenschafts-Gesetz? …
Auf den Schulungen meines Verbandes bin ich darauf nie hingewiesen worden. …

FragestellerIn:  Aufsichtsrat einer größeren Genossenschaft

Antwort
(Auszug)

Wir wollen vorab Ihre bestehenden Ängste zerstreuen. Sie haben weder gegen Gesetz – wahrscheinlich auch nicht gegen „Ordnungen“ verstoßen. Auch hat Sie Ihr Verband nicht falsch informiert.
Alles war bisher – wie man so schön sagt – „korrekt“.

Lassen Sie es uns gleich am Anfang zuspitzen:
Es gab eine „dunkle Zeit“ in Deutschland, die sogar Krieg und viel „Unmenschliches“ verursachte. Auch wenn wir es heute nicht so gern hören, gab es damals für alles Handeln die entsprechenden Gesetze. Es ging damals sozusagen rechtlich (gesetzlich) meist „korrekt“ zu. …

Aber darum geht es natürlich jetzt nicht, denn die Zeiten und die politisch Handelnden sind heute ganz andere.  

Aber auch heute gibt es so etwas wie „politische Leitlinien“, in denen sich politische Ansichten widerspiegeln. Eine dieser „Leitlinien“ – auch wenn das nicht bewusst genannt wird – ist das „Funktions-Prinzip“ unserer Wirtschaft. Die tragenden Parteien sind davon überzeugt, dass „Wettbewerb“ – also Gegeneinander – „besser“ sei, als „Kooperation“ oder „Miteinander“.

Sie ahnen, was das bedeutet:
Politik und Gesetze sind daran orientiert, diese (Konkurrenz-) „Denkweise“ aufrecht zu erhalten. Es sollte Sie deshalb nicht wundern, wenn Sie keine Bestimmung (oder kein Gesetz) finden, die dem „Konkurrenz-Prinzip“ wirklich entspricht. …. Oder dem „Kooperations-Prinzip“ entspricht. …

Wir erwarten nicht, dass Sie dieser Beurteilung zustimmen. Auch wollen wir – an dieser Stelle – dies nicht weiter „thematisieren“. Wir können uns darauf verständigen, dass es auch keine Bestimmung gibt, die „verbietet“ kooperativ zu denken und zu handeln.
Ein kooperatives Denken und Handeln muss vielmehr aus eigenem Antrieb heraus und in eigener Verantwortung, erfolgen.  ...
Das ist die Option, die sich aktuell bietet.

Wir können Sie nur ermuntern, davon Gebrauch zu machen. …

Nehmen wir – beispielhaft – 2 Situationen:

A.   Optimierung der Mitgliederförderung
B.   Vorbild für kooperatives Handeln sein

Zu A.

Die bisherige Sicht:

·         Den Mitgliedern auf einer (einzigen) Generalversammlung über den Erfolg der Förderung zu berichten, oder Gründe dafür vorzutragen, was alles „schuld“ war, weshalb der erwünschte Fördererfolg nicht eintrat.
·         War und ist so etwas „optimal“?

Die vielleicht neue Sicht:

·         Warum nicht so etwas wie eine „Aktive Förder-Kommunikation“ einführen? Mitglieder werden z.B. aufgefordert ständig zur Erweiterung / Veränderung der Förderung Vorschläge zu machen.
·         Zu viel Arbeit – sagen die einen Genossenschaften. „WoW“ sagen die anderen Genossenschaften.
·         Wer sich öffnet für eine aktive Mitgliederkommunikation, könnte überrascht sein, wie das die Identifikation mit der Genossenschaft steigert.
·         Und wer dann z.B. einen „Förder-Beirat“ einrichtet, eine „Ordnung/Richtlinie für die Mitgliederförderung“ erstellt und dem Förder-Beirat die Möglichkeit eröffnet, einen „Bericht zur Mitgliederförderung“ als TOP jeder Generalversammlung zu haben, könnte auf dem Weg sein, neue VORTEILE zu organisieren.
·         Was hält Sie ab, initiativ zu werden?
·         Das steht nicht im Gesetz. Es steht aber auch dort nicht, dass es „verboten“ sei.
·         Es hängt eher damit zusammen, welche „DENKE“ in der Genossenschaft Vorrang hat, welcher „Unternehmens-Geist“ dort vorherrscht.  

Zu B.

Die bisherige Sicht:

·         Sich als Genossenschaft genauso „verantwortungsneutral“ gegenüber der „MitWelt“ zu verhalten, wie ein „Konkurrenzunternehmen“, ist möglich und wird nicht bestraft. Auch nicht belohnt!
·         Sie haben – im Gegensatz zu einer GmbH oder AG – durchaus Einfluss als Aufsichtsrat.
·         In einer AG können „Abgas-Tests“ falsche Messwerte ergeben. Was war dazu der wohl „bewegende“ Gedanke? Vielleicht der Vorteil für das Betriebsergebnis, mehr Bonus für das Management? Wir ahnen es und die Gerichtsverfahren sprechen eine deutliche Sprache. …

Die neue Sicht:

·         Würde so etwas auch in einer Genossenschaft „passieren“ können? Nur dann, wenn dort ähnlich gedacht würde. Damit das nicht passiert, wäre es z.B. angebracht, wenn die Genossenschaft eine Art „Selbstverpflichtungs-Erklärung“ beschließt und überwacht. Nennen wir sie z.B. „Umwelt-Richtlinie“.
·         Wenn eine solche „Selbstverpflichtung“ (als Zertifikat) öffentlich publiziert und „beworben“ würde, könnte das durchaus wirtschaftliche VORTEILE nach sich ziehen.   
·         „WIR sind Mitglied im „Generationen-Bündnis“ oder „Regionen-Bündnis“ – wäre sicherlich eine gute Voraussetzung um mit weiteren VORTEILEN wirtschaftlich zu „punkten“. …

Was hält Genossenschaften eigentlich davon ab, VORBILD zu sein und damit zu zeigen, wo der Unterschied von eG zu GmbH – faktisch – liegt.

„Genossenschaften – Ein Gewinn für Alle“.

Mehr als eine „Satz-Hülse“?
Wir kennen bisher keine „Verifikation“ zu diesem Spruch – oder ist so etwas noch immer in „Arbeit“? …

„COOP – die geniale Erfindung des VORTEILS“

– bringt eigentlich vieles auf den Punkt. Wer mag, kann VORTEIL auch durch CHANCE ersetzen. Zu ergänzen ist lediglich, in welche Richtung der VORTEIL oder die CHANCE gesehen und umgesetzte wird.

In einem „Konkurrenz-Unternehmen“ setzt meist erst Verantwortungs-Handeln ein, wenn es dazu „gesetzliche“ Verpflichtungen gibt.

In einem „Kooperations-Unternehmen“ sollte man nicht auf „Verpflichtungs-Gesetze“ warten, sondern aus Einsicht HANDELN, weil es z.B. als

A.   Gesellschaftlicher Verantwortung
B.   Unternehmensverantwortung
C.   Personalverantwortung
D.  „System“-Verantwortung (Kunden, Lieferanten, etc.)

gesehen wird.

Eine Genossenschaft, die eine der Ziffern A-D ignoriert, ist eigentlich

„Kein GEWINN für ALLE“.
Aber auch kein „VERLUST“…

Wer wirklich den „Ein GEWINN für ALLE“ anstrebt, spricht – quasi automatisch – von:

„VORTEIL für ALLE“ oder „CHANCE für ALLE

Es gibt den schönen Spruch (im modernen Management):

„Denkst Du noch in Problemen oder denkst du schon in Chancen“?

Wie möchten Sie – lieber Herr Aufsichtsrat – gern Ihre Arbeit wahrnehmen?


Hinweis:
Wir danken dem SmartCoop ForschungsInstitut (SCFI) für die Genehmigung des Abdrucks dieses Beitrages.


Redaktion:
SmartCoop ForschungsInstitut (SCFI)
(MMW CoopGo Bundesverband der Cooperations- u. Genossenschaftswirtschaft e.V.)